Chlorwasserstoff

  • 2 Reaktion von Chlorwasserstoff-Gas mit Ammoniak-Gas

    2 Reaktion von Chlorwasserstoff-Gas mit Ammoniak-Gas

    Hinweis: Um die Vorgänge besser nachvollziehen zu können gibt es hier ein Periodensystem der Elemente-Popup

    Bei diesen zwei Teilchen liegen polare Atombindungen vor: 

    01 2021 02 06 0w9a2693

    02 00 00 0a ta ammoniak und chlorwasserstoff nh3 hcl

    a) Versuch mit Skizze: (vgl. AB )

    Versuchsaufbau: Reaktion von Chlorwasserstoffgas und Ammoniak

     

     

    b) Beobachtung: 

    Innerhalb des Becherglas bildet sich weißer Rauch. Am Boden der Glasplatte setzt sich ein weißer, kristalliner Stoff ab.

    Vorher:

    Ammoniaklösung auf Glasplatte

    Nachher:

    Ammoniumchlorid

    c) Auswertung:


    I. Teilchengleichung:

    Chlorwasserstoff und Ammoniak reagieren zu Ammoniumchlorid

    NH₃ + HCl → NH₄¹⁺Cl¹⁻

    II. Reaktionsgleichung (Stoffgleichung)
    NH₃ (g) + HCl (g) → NH₄Cl (s)  ΔH < 0

    III. Protolyse-Schema

    Aufgabe: Skizziert einmal das Protolyse-Schema für diese chemische Reaktion. Tipp: Falls Ihr noch Schwierigkeiten damit habt, schaut nochmal das allgemeine Beispiel an

    {slider title="Lösung: Protolyse-Schema für die Bildung von Ammoniumchlorid" open="false" class="icon"}

    Protolyse-Schema für die Bildung von Ammoniumchlorid

    {/sliders}

  • 3 Protolyse-Reaktionen

    Was du auf dieser Seite lernst

    Chlorwasserstoff-Gas (HCl) reagiert mit Wasser zu Oxonium- und Chlorid-Ionen – das ist eine Protolyse-Reaktion nach Brønsted. Du lernst den Springbrunnenversuch zu erklären, Reaktionsgleichungen in Summenformel- und Lewis-Schreibweise aufzustellen und das Protolysen-Schema (Bergab-Reaktion) zu lesen und anzuwenden.

    3 Protolyse-Reaktionen

    3.1 Chlorwasserstoff-Gas und Wasser (Springbrunnen)

    Chlorwasserstoff: Summenformel HCl  ·  polare Atombindung  ·  Gas  ·  stechender Geruch
    Wasser: Summenformel H2O  ·  polare Atombindung  ·  Flüssigkeit  ·  geruchslos

    Lewis-Formeln

    H — Cl: Chlorwasserstoff
    H — O: Wasser
        |
        H

    ↗ Bild mit Elektronenpaar-Darstellung ansehen

    Lewis-Formeln von Chlorwasserstoff HCl und Wasser H2O mit freien Elektronenpaaren und polaren Atombindungen

    a) Versuch:

    Springbrunnenversuch: Rundkolben mit Chlorwasserstoff-Gas über Becherglas mit Wasser und Universalindikator – HCl löst sich in Wasser, Unterdruck saugt Wasser hoch

    ↑ Zum Vergrößern klicken

    Springbrunnenversuch mit Chlorwasserstoff und Wasser – vergrößert

    ⚠️ Hinweis: Im Bild steht „Chorwasserstoff" – korrekte Schreibweise: Chlorwasserstoff.

    b) Beobachtung:
    Das Wasser „schießt" bergauf in den Rundkolben. Die Indikatorfarbe schlägt nach rot/gelb um. Die rote wässrige Lösung ist geruchlos.

    c) Reaktionsgleichung – Struktur/Lewisformel:

    Es gibt zwei mögliche Reaktionsgleichungen (wenn man zunächst die Säurestärke vernachlässigt). Welche zwei Reaktionsgleichungen sind das?

    {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}

    1. Möglichkeit – HCl als Säure, H2O als Base (korrekte Reaktion):

    H2O(l)  +  HCl(g)  ⟶  H3O+(aq)  +  Cl(aq)

    Wasser        Chlorwasserstoff        Oxonium-Ion     Chlorid-Ion

    ⇒ bildet zusammen: „Salzsäure"

    ↗ Bild mit Lewis-Formel ansehen

    Reaktionsgleichung 1. Möglichkeit: HCl gibt H+ an H2O ab – H3O+ und Cl- entstehen (Lewis-Formel)

    2. Möglichkeit – H2O als Säure, HCl als Base:

    Reaktionsgleichung 2. Möglichkeit: H2O gibt H+ an HCl ab – Hydroxid-Ion OH- und H2Cl+ entstehen (Lewis-Formel-Darstellung)

    ↑ Zum Vergrößern klicken

    2. Möglichkeit – H2O als Säure, Lewis-Formel mit Elektronenpaaren – vergrößert

    Chlorwasserstoff ist die stärkere Säure, Hydroxid-Ion (OH) wäre eine sehr starke Base. Durch Elektrolyse wird die 1. Möglichkeit bestätigt: HCl wirkt als Säure.

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    Nachweis der gebildeten Ionen:

    • Leitfähigkeitsmessung: Die Lösung leitet elektrischen Strom → Ionen sind vorhanden.
    • Elektrolyse: An der Anode (Pluspol) entsteht Cl2-Gas → Chlorid-Ionen (Cl) müssen vorliegen.

    Elektrolyse von Salzsäure im U-Rohr – Nachweis von Chlorid-Ionen durch Chlorgas-Entwicklung an der Anode

    ↑ Zum Vergrößern klicken

    Elektrolyse von Salzsäure im U-Rohr – vergrößert
    • Indikator: Bromthymolblau färbt gelb → Oxonium-Ionen (H3O+) sind vorhanden.

    Komplette Lösung:

    {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}

    Reaktionsgleichung (Lewis-Formel):

    Vollständige Reaktionsgleichung in Lewis-Schreibweise: H2O plus HCl Gleichgewicht H3O+ plus Cl- mit Elektronenpaaren und Protonenübertragungs-Pfeil

    ↑ Zum Vergrößern klicken

    Vollständige Reaktionsgleichung HCl und H2O in Lewis-Schreibweise – vergrößert

    Reaktionsgleichung (Summenformel):

    H2O(l)  +  HCl(g)  ⇌  H3O+(aq)  +  Cl(aq)

    Wasser       Chlorwasserstoff       Oxonium-Ion     Chlorid-Ion

    „Salzsäure"

    ↗ Bild ansehen

    Reaktionsgleichung H2O und HCl als Summenformel mit Produkten Oxonium-Ion und Chlorid-Ion – Salzsäure

    Verdünnte Salzsäure enthält hydratisierte Oxonium- und Chlorid-Ionen sowie Wassermolekule.

    d) Protolysen-Schema:

    Protolysen-Schema („Bergab-Reaktion“) Säuren Basen HCl Cl⁻ H₃O⁺ H₂O H⁺

    Originalbild des Protolysen-Schemas ansehen

    Protolysen-Schema: HCl überträgt H+ auf H2O – Bergab-Reaktion mit Säuren- und Basen-Stärke-Dreiecken – vergrößert {/sliders}

    e) Erklärung:
    Chlorwasserstoff-Gas reagiert mit Wasser zu Oxonium-Ionen (H3O+) und Chlorid-Ionen (Cl). Im Kolben entsteht durch das vollständige Auflösen ein Unterdruck. Die H3O+-Ionen färben den Universalindikator bzw. Bromthymolblau rot/gelb.

    Salzsäure = wässrige Lösung des Gases Chlorwasserstoff

    Leitet man sehr viel HCl-Gas in Wasser ein, reagieren nicht mehr alle HCl-Moleküle mit H2O. Diese HCl-Moleküle liegen „gelöst" vor – es entsteht rauchende bzw. konzentrierte Salzsäure.

    Leitfähigkeit Geruch Indikatorpapier Teilchen
    Verdünnte Salzsäure + rot H2O, H3O+, Cl
    Rauchende Salzsäure + + rot H2O, H3O+, Cl, HCl

    Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen

    Protolyse (Brønsted)

    Eine Protolyse ist die Übertragung eines Protons (H+) vom Protonendonator (Säure) auf den Protonenakzeptor (Base).

    Springbrunnen

    HCl löst sich vollständig in H2O auf → Ionen bilden sich → Unterdruck entsteht → Atmosphärendruck drückt Wasser hoch.

    Bergab-Reaktion

    Das Proton wandert von der stärkeren Säure (HCl) zur stärkeren Base (H2O) – immer zur schwächeren Säure/Base hin.

    Salzsäure

    Salzsäure = wässrige Lösung von HCl. Enthält H3O+, Cl und H2O; konzentriert zusätzlich gelöstes HCl.

    Häufige Fragen – Protolyse-Reaktionen

    Warum schießt das Wasser beim Springbrunnenversuch in den Kolben?

    HCl-Gas reagiert sofort mit dem eingetretenen Wasser zu H3O+- und Cl-Ionen. Dadurch sinkt der Gasdruck im Kolben stark. Der Atmosphärendruck drückt das Wasser durch das Glasrohr nach oben – der „Springbrunnen-Effekt". Die Indikatorfarbe zeigt: die Lösung ist sauer (H3O+-Ionen).

    Was ist der Unterschied zwischen Chlorwasserstoff und Salzsäure?

    Chlorwasserstoff (HCl) ist ein farbloses Gas mit stechendem Geruch. Salzsäure ist die wässrige Lösung dieses Gases: HCl löst sich in H2O und bildet dabei Oxonium-Ionen (H3O+) und Chlorid-Ionen (Cl). Verdünnte Salzsäure ist geruchlos, da kein HCl mehr als Gas vorliegt.

    Was versteht man unter einer Protolyse nach Brønsted?

    Nach Brønsted ist eine Säure ein Protonendonator (gibt H+ ab) und eine Base ein Protonenakzeptor (nimmt H+ auf). Eine Protolyse ist die Übertragung eines Protons. Das Protolysen-Schema zeigt: Die Reaktion läuft stets von der stärkeren Säure/Base zu den schwächeren Produkten – die sogenannte Bergab-Reaktion. Mehr dazu: Brønsted-Definition (Kl. 9).

    Wie weist man Chlorid-Ionen in Salzsäure nach?

    Durch Elektrolyse: An der Anode (Pluspol) entwickelt sich Chlorgas (Cl2), das durch Oxidation von Cl entsteht – direkter Nachweis. Außerdem fällt bei Zugabe von Silbernitrat-Lösung (AgNO3) ein weißer Niederschlag aus Silberchlorid (AgCl) aus.

    Was enthält rauchende Salzsäure im Vergleich zu verdünnter Salzsäure?

    Verdünnte Salzsäure enthält nur H2O, H3O+ und Cl – alles HCl hat mit Wasser reagiert. In konzentrierter (rauchender) Salzsäure ist so viel HCl gelöst, dass nicht mehr alle Moleküle mit H2O reagieren können. Sie liegen als undissoziiertes HCl vor → stechender Geruch, „Rauchen" an feuchter Luft. Mehr zur Konzentration: Konzentration von Lösungen (Kl. 9).

    Lernkarten – Protolyse von Chlorwasserstoff

    Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.

    1

    Was ist eine Protolyse-Reaktion nach Brønsted?

    Übertragung eines Protons (H+) vom Protonendonator (Säure) auf den Protonenakzeptor (Base).

    2

    Erkläre den Springbrunnenversuch mit HCl!

    HCl löst sich schnell in H2O → Ionenbildung → Gasdruck sinkt → Atmosphärendruck drückt Wasser nach oben in den Kolben.

    3

    Warum wirkt HCl als Säure und H2O als Base?

    HCl ist die stärkere Säure. Im Protolysen-Schema reagiert immer die stärkere Säure mit der stärkeren Base (Bergab-Reaktion).

    4

    Welche Teilchen enthält verdünnte vs. rauchende Salzsäure?

    Verdünnt: H2O, H3O+, Cl
    Rauchend: zusätzlich gelöstes HCl → stechender Geruch

    5

    Berechne: Welche Masse HCl (M = 36,5 g/mol) steckt in 250 mL 0,2-mol/L-Salzsäure?

    n = c · V = 0,2 mol/L · 0,25 L = 0,05 mol
    m = n · M = 0,05 mol · 36,5 g/mol = 1,825 g

    Weiter im Kapitel Säure-Base-Reaktionen

    → 3.2 Chlorwasserstoff und Ammoniak → Brønsted-Definition → Stärke von Säuren und Basen

    🔗 Verwandte Themen: pH-Wert und Oxonium-Ionen  ·  Konzentration von Lösungen  ·  Neutralisation

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  • 5 Stärke von Säuren und Basen

    5 Stärke von Säuren und Basen - Säurestärke und Molekülstruktur

    Hinweis 1: Das Kapitel stammt aus dem Oberstufenbereich. Ich halte es für das Verständnis für Säure-Base-Reaktionen wichtig, weil man sonst bei einer Reaktion mit zwei Ampholyten (z.B. Wasser und Ammoniak) gar nicht weiß, wer die Säure ist und wer als Base funktioniert. 

    Hinweis 2: Auch hier ist es von Vorteil, wenn man ein Periodensystem der Elemente zur Hand hat.

    Brønsted-Theorie
    Säurestärke ist die Tendenz Protonen abzugeben. 
    Basenstärke Tendenz Protonen aufzunehmen.

    Bsp.   HCl             +    H₂O         →     H₃O⁺         +    Cl⁻ 
               Säure 1            Base 2            Säure 2           Base 1

    Info: Supersäuren = Säuren die stärker als H₂SO₄ sind. 

    Je stärker die Säure desto schwächer die konjugierte (korrespondierende) Base.

    5.1 Binäre Säuren. 

    Faktoren für Säurestärke von Bedeutung:

    • Elektronegativität (innerhalb einer Periode)
    • Atomgröße (innerhalb einer Gruppe)


    a) innerhalb einer Periode (binäre H-Verbindungen)
    Säurestärke nimmt mit der EN zu (Atomgrößenunterschiede sind „zu“ gering) 
    ⇨ Elektronen werden stärker dem H-Atom entzogen ⇨ erleichterte Protonenabspaltung. 

    Bsp.:

    2. Periode: 
    Zunahme der EN:                            N     < O     < F
    Zunahme der Säurestärke              NH₃ < H₂O < HF
    Gegenüber Wasser                          Base               Säure


    3. Periode 
    Zunahme der EN:                             P       < S       < Cl
    Zunahme der Säurestärke              PH₃    < H₂S   < HCl


    b) innerhalb einer Gruppe (binäre H-Verbindungen):
    Säurestärke nimmt mit der Atomgröße zu (stärkere Auswirkung als Elektronegativität) 
    ⇨  bei einem großen Atom ist die Valenzelektronenwolke auf einem größeren Raum verteilt ⇨ H⁺ ist weniger fest gebunden.

    H₂O < H₂S < H₂Se < H₂Te
    HF < HCl < HBr < HI

    5.2 Oxosäuren 

     

    Sauerstoff hat in etwa die gleiche Größe 

    a) EN von Z ist entscheidend
    Je größer die EN von Z, desto stärker ist die Säure (-I-Effekt).

    HOI                                    < HOBr                                  < HOCl
    hyopoiodige Säure           hypobromige                         hypochlorige Säure

    b) An Z sind weitere O-Atome gebunden ⇨ stärkerer –I-Effekt (bzw. höhere Formalladung am Z. )

     

     hypochlorige –                                   chlorige –                                         Chlor –                                      Perchlorsäuren 


    ⇨  Man kann Säurestärke abschätzen: Je mehr mehr O-Atome an das Z-Atom jedoch nicht an H-Atom gebunden sind, desto die Säure:
     H-O-NO                       <           H-O-NO₂ 
     salpetrige Säure                       Salpetersäure


     (H-O-)₂SO                 <              (H-O-)₂SO₂
     schweflige Säure                      Schwefelsäure

  • 6 Chlorwasserstoff-Gas und Wasser

    6 Chlorwasserstoff-Gas und Wasser (Springbrunnen)

    Chlorwasserstoff: Summenformel HCl, polare Atombindung, Gas, stechender Geruch 

    Chlorwasserstoff: Lewis-Formel der polaren Bindung

    Wasser: Summenformel H₂O, polare Atombindung, Flüssigkeit, geruchslos

    Wasser: Lewis-Formel mit polaren Bindung

    a) Versuch:

    Springbrunnenversuch: Chlorwasserstoff-Gas und Wasser

    b) Beobachtung:
    Das Wasser „schießt“ bergauf in den Rundkolben. Die Indikatorfarbe schlägt nach rot/gelb um. Die rote wässrige Lösung ist geruchlos.

    c) Reaktionsgleichung – Struktur/Lewisformel:

    Theoretisch gibt es zwei Möglichkeiten, wie Wasser und Chlorwasserstoff reagieren können.

    1. Formuliere einmal diese zwei Möglichkeiten als Reaktionsgleichung mit Strukturformeln. 
    2. Entscheide, welche dieser beiden möglichen Reaktionen tatsächlich abläuft. Falls du nicht drauf kommst, gehe zurück zum Thema: Säure-Stärke 

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    1. Möglichkeit:

    Chlorwassserstoff reagiert mit Wasser unter Bildung von Oxonium-Ionen und Chlorid-Ion

    2. Möglichkeit:

    Chlorwasserstoff reagiert mit Wasser - zweite Möglichkeit

    Chlorwasserstoff ist die stärkere Säure, da Chlor ein größeres Atom ist, als Wasserstoff. Außerdem ist das Hydroxid-Ion ist eine sehr starke Base.

    {/sliders}

    Nachweis der gebildeten Ionen:

    • Leitfähigkeitsmessung
    • durch Elektrolyse: An der Anode (+-Pol) entsteht dabei Cl₂-Gas. Somit müssen in der verdünnten Salzsäure Chlorid-Ionen (Cl⁻-Ionen) vorliegen.

    Aufbau: Elektrolyse von Salzsäure

    • durch Indikator: Die Gelbfärbung bei Bromthymolblau zeigt Oxonium-Ionen (H₃O⁺) an. 

    Reaktionsgleichung Zusammenfassung

    {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}

    Chlorwassserstoff reagiert mit Wasser unter Bildung von Oxonium-Ionen und Chlorid-Ion

    Begründung:
    Chlor (vom Chlorwasserstoff) ist ein größeres Atom als Sauerstoff (vom Wasser). Deshalb ist Chlorwasserstoff eine stärkere Säure und gibt das Proton (H⁺) und Wasser nimmt das Proton auf.
    verdünnte Salzsäure enthält hydratisierte Oxonium- und Chlorid-Ionen und Wassermoleküle.

    Reaktionsgleichung: Chlorwasserstoff und Wasser reagieren zu Oxonium-Ion und Chlorid-Ion

    {/sliders}

    Verdünnte Salzsäure enthält hydratisierte Oxonium- und Chlorid-Ionen und Wassermoleküle.


    d) Protolyseschema

    Formuliere für diese Reaktion einmal das Protolyseschema: 

    {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}

    Protolyse-Schema: Chlorwasserstoff reagiert mit Wasser

    {/sliders}

    e) Erklärung:
    Chlorwasserstoff-Gas reagiert mit Wasser. Im Zylinder entsteht ein Unterdruck. Die Oxonium-Ionen färben den Universalindikator/Bromthymolblau rot/gelb.

     Salzsäure: = wässrige Lösung des Gases Chlorwasserstoff

     

    Wenn man sehr viel HCl-Gas in Wasser einleitet, reagieren nicht mehr alle HCl-Moleküle mit den H₂O-Molekülen. Diese HCl-Moleküle liegen „gelöst“ vor. Es ist so „rauchende“ bzw. konzentrierte Salzsäure entstanden.

      Leitfähigkeit Geruch Indikatorpapier Teilchen
    verdünnte Salzsäure + - rot H₂O, H₃O⁺, Cl⁻
    rauchende Salzsäure + + rot H₂O, H₃O⁺, Cl⁻, HCl
  • Säure-Base-Reaktionen (Protolysen)

     

    Säure-Base-Reaktionen (=Protolyse-Reaktionen)

    In diesem Kapitel geht es um die zweite Möglichkeit, wie eine chemische Reaktion ablaufen kann. Dabei werden zunächst einige typische Beispiele betrachtet. Danach wird die Definition (die bis dahin sowieso wohl schon vielen klar sein wird) aufgestellt. 

    1 Reaktion von Chlorwasserstoffgas mit festem Natriumhydroxid

    Hinweis: Um die Vorgänge besser nachvollziehen zu können gibt es hier ein Periodensystem der Elemente-Popup

    Ausgangsstoffe: 

    Name Summenformel Strukturformel Bindung
    Chlorwasserstoff HCl 01 01 00 hcl molekuel polare bindung 06 Polare Atombindung
    Natriumhydroxid NaOH  Strukturformel - Ionenbindung von Natriumhydroxid Ionenbindung

    a) Versuch:

    01 00 00 ta va hcl und naohAbb.: Herstellung von HCl und anschließende Reaktion mit NaOH

    b) Beobachtung

    Natriumhydroxid überzieht sich mit einem weißen Feststoff; am Ende des Glasrohres schlägt sich eine farblose Flüssigkeit nieder, das Reaktionsrohr erwärmt sich.

    c) Auswertung: Folgende Teilchen reagieren miteinander:
    I Teilchengleichung:

    01 00 00 ta hcl u naoh h2o und cl

    Na¹⁺OH¹⁻ + HCl → H₂O + Na¹⁺Cl¹⁻

    NaOH(s) + HCl(g) → H₂O(l) + NaCl(s) ΔH < 0

    d) Protolyse-Schema
    Allgemeines Protolyse-Schema

    Ein Protolyse-Schema funktioniert analog zum Redox-Schema (siehe vorheriges Kapitel). Hier zunächst ein allgemeines Schema (welches für alle Säure-Base-Reaktion so gelten kann): 

    Allgemeines Protolyse-Schema

    Protolyse-Sschema für die Bildung von Natriumchlorid

    Protolyse-Schema für Chlorwasserstoff und Natriumhydroxid

    e) Erklärung der exothermen Reaktion

     ΔH > 0 (positiv, endotherm) ΔH < 0 (negativ, exotherm) 
    • Deprotonierung von Chlorwasserstoff
    • Gitterspaltung von Natriumhydroxid
    • Protonierung des Hydroxid-Ions
    • Gitterbildung von Natriumchlorid
    • wasserstoffbrückenbildung zwischen verschiedenen H₂O-Molekülen

    Ergebnis: ΔH < 0 (negativ, exotherm) überwiegt.

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