Organische Chemie
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01 Isomerie
Naturstoffe
1 Isomerie:
Isomere[1]: Zwei Verbindungen mit gleicher Summenformel, aber unterschiedlicher chemischer Struktur. Isomere unterscheiden sich teilweise in ihren physikalischen, biologischen und chemischen Eigenschaften.

Chiral[2]: Objekte, deren Spiegelbild nicht durch Drehung mit dem Original in Deckung gebracht werden können.
Achiral: Objekte, deren Spiegelbild durch Drehung in Deckung gebracht werden können.
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01.1 Methan
Was du auf dieser Seite lernst
Methan (CH₄) ist das einfachste Alkan und gleichzeitig der Einstieg in die Organische Chemie. Du lernst, wie man über die qualitative Elementaranalyse auf die Summenformel schließt, wie die Strukturformel und der Bindungswinkel aussehen, und warum die Verbrennung von Methan eine Redoxreaktion ist.
Grundlagen aus der 9. Klasse
Lewis-Formeln, Atombindung und Oxidationszahlen hast du in der 9. Klasse kennengelernt: → Lewis-Formeln (Kl. 9) · → Oxidationszahlen (Kl. 9)
1.1.1 Vorkommen
Methan kommt vor in: Erdgas, Sumpfgas, Biogas, Grubengas.
1.1.2 Eigenschaften
- farb- und geruchloses Gas
- geringere Dichte als Luft
- brennbar
1.1.3 Ermittlung der Summenformel (Molekülformel) und Strukturformel
a) Qualitative Analyse (Elementaranalyse)
Hierfür wird der zu untersuchende Stoff verbrannt und die Verbrennungsprodukte bestimmt.
Bildet sich Wasser, ist Wasserstoff als Element vorhanden.
Kohlenstoff lässt sich als Ruß (unvollständige Verbrennung) oder als Kohlenstoffdioxid nachweisen. Der CO₂-Nachweis erfolgt mit der Kalkwasserprobe: Das entstandene Gas wird in Kalkwasser eingeleitet – eine Trübung zeigt CO₂ an.↑ Zum Vergrößern klicken
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- Nachweis von Wasserstoff → Bildung von Wasser → WaTesMo-Papier oder wasserfreies Kupfersulfat.
- Nachweis von C → Bildung von CO2 → Nachweis als CaCO3:
Ca(OH)2 (aq) + CO2 (g) → CaCO3 (s) + H2O (l)
Die Verbrennungsprodukte (Wasser, Kohlenstoffdioxid) zeigen, dass Methan Kohlenstoff, Wasserstoff und eventuell Sauerstoff enthält.
b) Bestimmung der molaren Masse
Mit der Gaswägung lässt sich die molare Masse von Methan bestimmen: M(Methan) = 16 g/mol · Molekülmasse 16 u.c) Summenformel: CH4
d) Strukturformel
Man zeichnet Methan meist mit einem Winkel von 90°. Dieser Winkel entspricht nicht dem tatsächlichen Bindungswinkel (vgl. unten). Man kann sich aber vorstellen, dass man direkt auf das Molekül blickt.↑ Zum Vergrößern klicken
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Tetraedrische Anordnung der Wasserstoffatome um das Kohlenstoffatom (Bindungswinkel 109,5°). Erklärung: größtmögliche Entfernung der Wasserstoffatome.
1.1.4 Vollständige Verbrennung
0 −IV +I +IV −II +I −II
2 O2 + CH4 → CO2 + 2 H2O ΔH = −888 kJ/mol↑ Zum Vergrößern klicken
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Hinweis: Wenn die Ermittlung der Oxidationszahlen Schwierigkeiten macht, kann man es hier nochmals nachlesen.
1 l Methan benötigt zur vollständigen Verbrennung 10 Liter Luft (2 l Sauerstoff).
Auf einen Blick – Methan
Summenformel
Methan: CH₄ · molare Masse 16 g/mol · einfachstes Alkan · allg. Formel der Alkane: CₙH₂ₙ₊₂ (hier n = 1).
Tetraeder
Die vier H-Atome ordnen sich tetraedrisch um das C-Atom an. Bindungswinkel: 109,5° (größtmögliche Abstoßung der Bindungselektronenpaare).
Elementaranalyse
Verbrennung → H₂O (Wassernachweis: WaTesMo) + CO₂ (Kalkwasserprobe: Trübung durch CaCO₃) → Methan enthält C und H.
Verbrennung
CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O · ΔH = −888 kJ/mol (exotherm). C wird von −IV auf +IV oxidiert; O von 0 auf −II reduziert.
Häufige Fragen – Methan
Wie weist man experimentell nach, dass Methan Kohlenstoff und Wasserstoff enthält?
Methan wird vollständig verbrannt. Die entstehenden Gase und Dämpfe werden durch zwei Nachweisreagenzien geleitet: Wassernachweis mit wasserfreiem Kupfersulfat (wird blau) oder WaTesMo-Papier (Blaufärbung zeigt Wasser an) → Methan enthält Wasserstoff. CO₂-Nachweis mit Kalkwasser Ca(OH)₂: Trübung durch CaCO₃-Bildung → Methan enthält Kohlenstoff.
Warum ist der Bindungswinkel in Methan 109,5° und nicht 90°?
Die vier bindenden Elektronenpaare stoßen sich gemäß dem VSEPR-Modell (Valence Shell Electron Pair Repulsion) so weit wie möglich ab. Maximale Abstoßung ergibt eine tetraedrische Anordnung mit einem Bindungswinkel von 109,5°. In der vereinfachten Strukturformel zeichnet man 90°-Winkel, weil man so tut, als würde man von oben auf das Molekül blicken.
Warum ist die Verbrennung von Methan eine Redoxreaktion?
Bei der Verbrennung ändert sich die Oxidationszahl des Kohlenstoffs von −IV (in CH₄) auf +IV (in CO₂) → Oxidation. Der Sauerstoff wird von 0 (O₂) auf −II (in CO₂ und H₂O) reduziert → Reduktion. Es findet also ein Elektronenübergang statt: Methan ist das Reduktionsmittel, Sauerstoff das Oxidationsmittel. → Oxidationszahlen (Kl. 9)
Was bedeutet ΔH = −888 kJ/mol bei der Verbrennung?
Das negative Vorzeichen zeigt, dass Energie abgegeben wird – die Reaktion ist exotherm. Pro Mol verbranntem Methan (= 16 g) werden 888 kJ Wärmeenergie freigesetzt. Das erklärt, warum Methan (Erdgas) als Energieträger zum Heizen und Kochen eingesetzt wird. Mehr zur Reaktionsenthalpie: → Enthalpie (Kursstufe)
Wo kommt Methan natürlich vor und warum ist es klimarelevant?
Methan kommt natürlich in Erdgas (Hauptbestandteil), Sumpfgas (Zersetzung organischer Stoffe unter Wasser), Biogas (Gärung) und Grubengas (Steinkohlebergbau) vor. Als Treibhausgas ist CH₄ etwa 25-mal klimawirksamer als CO₂ (bezogen auf 100 Jahre), weil es Infrarotstrahlung besonders effektiv absorbiert.
Lernkarten – Methan
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1Gib Summenformel, molare Masse und Bindungswinkel von Methan an.
Summenformel: CH₄
Molare Masse: 16 g/mol
Bindungswinkel: 109,5° (Tetraeder)
Struktur: 4 H-Atome tetraedrisch um C2Wie weist man bei der Elementaranalyse Kohlenstoff und Wasserstoff nach?
H-Nachweis:
WaTesMo-Papier oder CuSO₄ (wasserfrei) → Blaufärbung = H₂O vorhanden
C-Nachweis:
Kalkwasser Ca(OH)₂ → Trübung = CO₂ vorhanden3Stelle die vollständige Verbrennungsgleichung von Methan auf.
CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O
ΔH = −888 kJ/mol (exotherm)
Kontrolle: C: 1=1 ✓ · H: 4=4 ✓ · O: 4=4 ✓4Welche Oxidationszahlen hat Kohlenstoff in CH₄ und in CO₂? Was folgt daraus?
CH₄: C hat Oxidationszahl −IV
CO₂: C hat Oxidationszahl +IV
→ Oxidationszahl steigt → C wird oxidiert
→ Methan = Reduktionsmittel5Wieviel Liter Luft benötigt 1 l Methan zur vollständigen Verbrennung, und warum?
10 Liter Luft (≈ 2 l O₂, da Luft ≈ 21 % O₂)
CH₄ + 2 O₂ → … · Stöchiometrie: 1 Vol. CH₄ : 2 Vol. O₂
Luft enthält ~20 % O₂ → 2 l O₂ stecken in 10 l LuftWeiter im Kapitel Alkane
← 1 Alkane – Übersicht → 1.4 Butan → 1.5 Homologe Reihe
🔁 Grundlagen (Kl. 9): Lewis-Formeln · Oxidationszahlen
📚 Vertiefung Kursstufe: Enthalpie ΔH -
01.4 Butan
Was du auf dieser Seite lernst
Butan (C₄H₁₀) ist das erste Alkan, das in zwei verschiedenen Strukturen vorkommt. Du lernst den zentralen Begriff der Konstitutionsisomerie kennen, verstehst warum n-Butan und Isobutan verschiedene Siedepunkte haben, und übst die Halbstrukturformel als platzsparende Schreibweise.
Grundlagen aus 1.1 Methan
Summenformel, Strukturformel und Lewis-Formel hast du am Beispiel Methan kennengelernt: → 1.1 Methan · → Lewis-Formeln (Kl. 9)
Hinweis: 1.2 Ethan und 1.3 Propan werden nur bei ausreichend Zeit besprochen. Da sie ähnlich aufgebaut sind, wird auf einen eigenen Heftaufschrieb verzichtet (vgl. 1.5 Homologe Reihe).
1.4.1 Vorkommen
Im Erdgas; fällt an bei der Benzingewinnung.
1.4.2 Eigenschaften
Farbloses Gas · größere Dichte als Luft · brennbar (Verbrennungsprodukte bei vollständiger Verbrennung: CO2 und H2O) · unter Druck leicht verflüssigbar.
1.4.3 Ermittlung der Summenformel und Strukturformel
a) Qualitative Analyse (Elementaranalyse)
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Die Verbrennungsprodukte (Wasser, Kohlenstoffdioxid) zeigen, dass Butan Kohlenstoff, Wasserstoff und eventuell Sauerstoff enthält.
b) Bau und Formeln
1. Molare Masse = 58,12 g/mol · Molekülmasse = 58,12 u
2. Summenformel: C4H103. Strukturformel – zwei Möglichkeiten:
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ZMK: nur Van-der-Waals-Kräfte. Bei n-Butan können sich die Moleküle dichter zusammenlagern → stärkere ZMK → etwas höhere Siedetemperatur als Isobutan.
Räumliche Strukturen im Kugelstabmodell (versuche, die Abbildungen n-Butan oder Isobutan zuzuordnen):
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Renderbild n-Butan als Kugelstabmodell:
Kalottenmodell von 2-Methylpropan (= Isobutan) – bei Kalottenmodellen wird die Raumfüllung der Atome sichtbar:
Da Strukturformeln bei größeren Molekülen zu aufwendig sind, nutzt man die Halbstrukturformel: Die Wasserstoffatome werden als Summe direkt hinter das jeweilige C-Atom geschrieben. Man ermittelt zunächst, wie viele Bindungen ein C-Atom bereits hat, und ergänzt H-Atome bis zur Vierbindigkeit. Hier am Beispiel Isobutan:
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1.4.4 Verwendung
Heizgas („blaue Gaskartuschen") · Kältemittel (Ersatz für FCKW) · Treibgas in Sprays · Feuerzeuggas (häufig zusammen mit Propan).
1.4.5 Isomerie
(isos (griech.) = gleich; meros (griech.) = Teil)
Definition – Konstitutionsisomerie
Verbindungen, deren Moleküle bei gleicher Summenformel unterschiedliche Strukturformeln besitzen, bezeichnet man als Isomere. Isomere unterscheiden sich vor allem in ihren physikalischen Eigenschaften (Schmelz- und Siedepunkt) und wenig in ihren chemischen Reaktionen.
1.4.6 Vollständige Verbrennung (Oxidation)
Wenn Butan vollständig verbrannt wird, entstehen ausschließlich Kohlenstoffdioxid und Wasser:
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Auf einen Blick – Butan
Summenformel
C4H10 · molare Masse 58,12 g/mol · stimmt mit der allg. Formel CₙH₂ₙ₊₂ überein (n = 4 → 4·2+2 = 10 H).
Konstitutionsisomerie
n-Butan (Sdp. −0,5 °C) und Isobutan = 2-Methylpropan (Sdp. −12 °C) haben die gleiche Summenformel C₄H₁₀, aber verschiedene Strukturformeln.
ZMK und Siedepunkt
Nur Van-der-Waals-Kräfte. n-Butan lagert sich dichter zusammen → stärkere ZMK → höherer Siedepunkt als das verzweigte Isobutan.
Halbstrukturformel
H-Atome als Summe hinter das C schreiben. n-Butan: CH₃–CH₂–CH₂–CH₃ · Isobutan: CH₃–CH(CH₃)–CH₃ · Vierbindigkeit von C muss stets erfüllt sein.
Häufige Fragen – Butan
Was versteht man unter Konstitutionsisomerie?
Konstitutionsisomere sind Verbindungen mit gleicher Summenformel, aber unterschiedlicher Verknüpfung der Atome. Bei C₄H₁₀ gibt es zwei Isomere: n-Butan (unverzweigte Kette) und 2-Methylpropan (Isobutan) (verzweigte Kette). Sie unterscheiden sich in physikalischen Eigenschaften wie dem Siedepunkt, kaum aber in chemischen Reaktionen. Mit steigender C-Zahl nimmt die Zahl möglicher Isomere stark zu (C₅: 3, C₁₀: 75).
Warum hat n-Butan einen höheren Siedepunkt als Isobutan?
Beide Isomere sind unpolar und besitzen nur Van-der-Waals-Kräfte als Wechselwirkung zwischen den Molekülen. Die gestreckte Kette von n-Butan ermöglicht eine größere Kontaktfläche zwischen benachbarten Molekülen als die kompaktere, kugelförmigere Gestalt von Isobutan. Größere Kontaktfläche → stärkere Van-der-Waals-Kräfte → höherer Siedepunkt (n-Butan: −0,5 °C; Isobutan: −12 °C).
Was ist der Unterschied zwischen Strukturformel, Halbstrukturformel und Summenformel?
Die Summenformel gibt nur die Anzahl der Atome an (C₄H₁₀), nicht deren Anordnung. Die Strukturformel zeigt alle Bindungsstriche explizit – anschaulich, aber bei großen Molekülen aufwendig. Die Halbstrukturformel ist ein Kompromiss: Das C-Gerüst wird ausgeschrieben, H-Atome werden als Anzahl hinter das jeweilige C-Atom gesetzt. Isobutan: CH₃–CH(CH₃)–CH₃ · n-Butan: CH₃–CH₂–CH₂–CH₃.
Wofür wird Butan im Alltag verwendet?
Butan wird wegen seiner leichten Verflüssigbarkeit unter Druck vielfältig eingesetzt: als Heizgas in Gaskartuschen beim Camping, als Kältemittel (FCKW-Ersatz in Kühlschränken), als Treibgas in Sprühdosen und als Feuerzeuggas (oft zusammen mit Propan).
Wie lautet die ausgeglichene Verbrennungsgleichung für n-Butan?
Vollständige Verbrennung:
2 C₄H₁₀ + 13 O₂ → 8 CO₂ + 10 H₂O
Kontrolle: C: 8 = 8 ✓ · H: 20 = 20 ✓ · O: 26 = 26 ✓
Die Reaktion ist stark exotherm – deshalb wird Butan als Brennstoff genutzt.Lernkarten – Butan
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Gib Summenformel und molare Masse von Butan an. Prüfe die allg. Alkan-Formel.
Summenformel: C₄H₁₀
Molare Masse: 58,12 g/mol
Formel CₙH₂ₙ₊₂ mit n=4: 2·4+2 = 10 H ✓2Was sind Konstitutionsisomere? Nenne die beiden C₄H₁₀-Isomere mit Siedepunkten.
Gleiche Summenformel, verschiedene Struktur:
n-Butan: unverzweigt · Sdp. −0,5 °C
2-Methylpropan (Isobutan): verzweigt · Sdp. −12 °C3Schreibe n-Butan und Isobutan als Halbstrukturformel.
n-Butan:
CH₃–CH₂–CH₂–CH₃
Isobutan (2-Methylpropan):
CH₃–CH(CH₃)–CH₃4Warum hat n-Butan einen höheren Siedepunkt als Isobutan, obwohl beide C₄H₁₀ sind?
Nur Van-der-Waals-Kräfte vorhanden.
n-Butan: gestreckte Kette → größere Kontaktfläche
→ stärkere VdW-Kräfte → höherer Siedepunkt
Isobutan: kompaktere Form → weniger Kontakt5Stelle die ausgeglichene Verbrennungsgleichung für n-Butan auf.
2 C₄H₁₀ + 13 O₂ → 8 CO₂ + 10 H₂O
Kontrolle:
C: 2·4 = 8 | 8·1 = 8 ✓
H: 2·10 = 20 | 10·2 = 20 ✓
O: 13·2 = 26 | 8·2+10 = 26 ✓Weiter im Kapitel Alkane
← 1.1 Methan → 1.5 Homologe Reihe → 1.6 Nomenklatur
🔁 Grundlagen: 1.1 Methan · Lewis-Formeln (Kl. 9)
📚 Vertiefung: Isomerie bei Alkenen · Isomerie (Kursstufe) -
01.5 Homologe Reihe der Alkane
Was du auf dieser Seite lernst
Die homologe Reihe der Alkane ordnet alle gesättigten Kohlenwasserstoffe nach ihrer Kettenlänge. Du lernst die allgemeine Formel CₙH₂ₙ₊₂, siehst wie sich Strukturformel, Halbstrukturformel und Aggregatzustand systematisch ändern – und verstehst, warum der Siedepunkt mit steigender Kettenlänge zunimmt.
Grundlagen aus 1.1 und 1.4
Strukturformeln, Halbstrukturformeln und Konstitutionsisomerie hast du bereits an Methan und Butan kennengelernt: → 1.1 Methan · → 1.4 Butan & Isomerie
(homo = gleich, logos = Stoff)
Allgemeine Summenformel der homologen Reihe:
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Definition – Homologe Reihe
Eine Reihe organischer Verbindungen, deren aufeinanderfolgende Glieder sich jeweils um eine bestimmte Atomgruppe – z. B. eine –CH₂– Gruppe – unterscheiden, nennt man homologe Reihe. Für Alkane gilt die allgemeine Summenformel CnH2n+2.
Wichtigste Eigenschaften aller Alkane:
- Brennbar (bei vollständiger Verbrennung entstehen CO2 und H2O)
- Dichte < 1 g/cm³ (leichter als Wasser)
- In Wasser unlöslich (nur Spuren); untereinander in jedem Verhältnis mischbar
Die homologe Reihe der Alkane (Übersicht)
Name Summenformel Strukturformel Halbstrukturformel Aggregatzustand Methan CH4 
CH4 gasförmig Ethan C2H6 
CH3–CH3 gasförmig Propan C3H8 
CH3–CH2–CH3 gasförmig n-Butan C4H10 
CH3–CH2–CH2–CH3 gasförmig n-Pentan C5H12 
CH3–(CH2)3–CH3 flüssig n-Hexan C6H14 
CH3–(CH2)4–CH3 flüssig n-Heptan C7H16 
CH3–(CH2)5–CH3 flüssig n-Octan C8H18 
CH3–(CH2)6–CH3 flüssig n-Nonan C9H20 
CH3–(CH2)7–CH3 flüssig n-Decan C10H22 
CH3–(CH2)8–CH3 flüssig n-Undecan C11H24 
CH3–(CH2)9–CH3 flüssig n-Dodecan C12H26 
CH3–(CH2)10–CH3 flüssig … (C₁₃ bis C₁₆ flüssig) n-Heptadecan C17H36 
CH3–(CH2)15–CH3 fest
Auf einen Blick – Homologe Reihe der Alkane
Allgemeine Formel
CₙH₂ₙ₊₂ – jedes folgende Glied enthält eine –CH₂–-Gruppe mehr als das vorherige. Das verbindet alle Alkane zur homologen Reihe.
Aggregatzustände
C₁–C₄: gasförmig · C₅–C₁₆: flüssig · ab C₁₇: fest. Der Siedepunkt steigt mit wachsender Kettenlänge gleichmäßig an.
ZMK und Siedepunkt
Zwischen Alkanen wirken nur Van-der-Waals-Kräfte. Längere Kette = größere Moleküloberfläche = stärkere VdW-Kräfte = höherer Siedepunkt.
Eigenschaften
Alle Alkane sind brennbar, unpolar, in Wasser unlöslich und besitzen eine Dichte < 1 g/cm³. Chemisch reagieren sie wegen starker Einfachbindungen kaum.
Häufige Fragen – Homologe Reihe der Alkane
Was ist eine homologe Reihe und was verbindet die Glieder?
Eine homologe Reihe ist eine Gruppe organischer Verbindungen, deren aufeinanderfolgende Glieder sich jeweils um eine –CH₂–-Gruppe unterscheiden. Alle Glieder haben die gleiche allgemeine Summenformel (CₙH₂ₙ₊₂ für Alkane), ähnliche chemische Eigenschaften und kontinuierlich variierende physikalische Eigenschaften (Siedepunkt, Dichte etc.).
Warum wechselt der Aggregatzustand von gasförmig über flüssig zu fest?
Mit steigender Kettenlänge wächst die Moleküloberfläche. Über diese Fläche wirken Van-der-Waals-Kräfte – je größer die Fläche, desto stärker die Anziehung zwischen den Molekülen. Ab einer bestimmten Kettenlänge reicht die Wärmeenergie bei Raumtemperatur nicht mehr aus, die Moleküle voneinander zu trennen: C₁–C₄ gasförmig · C₅–C₁₆ flüssig · ab C₁₇ fest. → Eigenschaften der Alkane
Wie leitet man die Halbstrukturformel eines Alkans aus der Summenformel ab?
Man schreibt das Kohlenstoffgerüst in einer Kette und ergänzt H-Atome so, dass jedes C-Atom vierwertig ist: Die beiden Endgruppen sind immer CH₃–, jede mittlere Gruppe ist –CH₂–. Beispiel n-Hexan (C₆H₁₄): CH₃–(CH₂)₄–CH₃. Die Klammernotation (CH₂)ₙ spart Schreibarbeit bei langen Ketten.
Warum sind Alkane in Wasser unlöslich?
Alkane sind unpolare Moleküle – es gibt keine Partialladungen und keine Wasserstoffbrückenbindungen. Wasser dagegen ist polar und bildet starke Wasserstoffbrücken zwischen seinen Molekülen. Ein unpolares Alkan könnte diese Netzstruktur nicht ersetzen, daher ist das Einbringen energetisch ungünstig – „similia similibus solvuntur" (Gleiches löst Gleiches). In anderen unpolaren Lösungsmitteln (Benzin, Ether) lösen sich Alkane dagegen gut.
Wie berechnet man die Summenformel eines Alkans für beliebiges n?
Mit der allgemeinen Formel CₙH₂ₙ₊₂: Einfach n einsetzen.
Beispiel n = 8 (Octan): C₈H₂·₈₊₂ = C₈H₁₈ ✓
Umgekehrt: Aus der Summenformel C₁₂H₂₆ folgt 2n+2 = 26 → n = 12 → Dodecan.
Kontrolle: Molare Masse = 12·12 + 26·1 = 170 g/mol.Lernkarten – Homologe Reihe der Alkane
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was ist die allgemeine Summenformel der Alkane? Worum unterscheiden sich je zwei aufeinanderfolgende Glieder?
Allg. Formel: CₙH₂ₙ₊₂
Aufeinanderfolgende Glieder unterscheiden sich um eine –CH₂–-Gruppe.
→ Deshalb heißen sie homologe Reihe.2Ab welcher Kettenlänge sind Alkane bei Raumtemperatur flüssig? Ab wann fest?
C₁–C₄: gasförmig
C₅–C₁₆: flüssig
ab C₁₇: fest
Ursache: stärkere Van-der-Waals-Kräfte mit wachsender Kettenlänge3Gib Name, Summenformel und Halbstrukturformel für das Alkan mit n = 5 an.
n = 5 → n-Pentan
Summenformel: C₅H₁₂
(2·5+2 = 12 H ✓)
Halbstrukturformel:
CH₃–CH₂–CH₂–CH₂–CH₃
oder CH₃–(CH₂)₃–CH₃4Warum steigt der Siedepunkt in der homologen Reihe der Alkane mit zunehmender Kettenlänge?
Längere Kette → größere Moleküloberfläche
→ stärkere Van-der-Waals-Kräfte
→ mehr Energie nötig zur Trennung der Moleküle
→ höherer Siedepunkt5Ein Alkan hat die Summenformel C₁₀H₂₂. Wie heißt es? Wie lautet die Halbstrukturformel? Welchen Aggregatzustand hat es bei Raumtemperatur?
C₁₀H₂₂ → n = 10 → n-Decan
Halbstrukturformel:
CH₃–(CH₂)₈–CH₃
Aggregatzustand: flüssig
(C₅–C₁₆ sind bei RT flüssig)Weiter im Kapitel Alkane
← 1.4 Butan → 1.6 Genfer Nomenklatur → 1.7 Eigenschaften
🔁 Grundlagen: 1.1 Methan · 1.4 Butan & Isomerie
📚 Vertiefung: 2.1 Ethen – Homologe Reihe der Alkene · Siedepunkte und ZMK (Carbonsäuren) -
01.6 Nomenklatur der Alkane
Was du auf dieser Seite lernst
Mit der Genfer Nomenklatur (IUPAC-System) kannst du verzweigte Alkane eindeutig benennen und aus einem Namen die Strukturformel ableiten. Du lernst die sieben Nomenklaturregeln Schritt für Schritt kennen und wendest sie an konkreten Beispielmolekülen an.
Grundlagen aus dem Alkane-Kapitel
Die homologe Reihe der Alkane und den Begriff des Alkylrests hast du bereits im vorherigen Abschnitt kennengelernt: → 1.5 Homologe Reihe der Alkane
1.6 Nomenklatur (Benennung) der Alkane
1.6.1 Homologe Reihe der Alkane mit Alkylrest
Ein Alkylrest enthält jeweils ein Wasserstoff-Atom weniger als das entsprechende Alkanmolekül. Alkyle finden sich oft als „Seitengruppe" verzweigter Alkane.
Name Summenformel Name des Alkyls Summenformel Methan CH4 Methylrest –CH3 Ethan C2H6 Ethylrest –C2H5 Propan C3H8 Propylrest –C3H7 allg. Alkane CnH2n+2 Alkylrest –CnH2n+1 1.6.2 Nomenklaturregel für Alkane (Genfer Nomenklatur)
Als Beispiel soll folgendes Molekül systematisch benannt werden:
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Alkane haben die Endung -an.
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Der Name des Alkans, das die Hauptkette bildet, liefert den Stammnamen des Stoffs.
Längste Kette der Kohlenstoffkette suchen und „Glattbügeln".↑ Zum Vergrößern klicken
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Alle Alkane mit 5 Kohlenstoff-Atomen in der längsten Kette heißen Pentan.
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Die Namen der Seitenketten werden dem Stammnamen vorangestellt.
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Beispiel: Methyl-Ethyl-Pentan.
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Um anzuzeigen, an welchem Kohlenstoff-Atom die Seitenkette sitzt, wird die Hauptkette nummeriert. Die Verzweigungsstellen sollen dabei möglichst kleine Zahlen erhalten. Die Zahlen werden den Namen der Seitenketten vorangestellt.
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Beispiel: 2,4-Methyl-3-Ethyl-Pentan.
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Treten gleiche Seitenketten mehrfach in einem Molekül auf, so wird das entsprechende Zahlwort (Di-, Tri-, Tetra-, Penta-) als Vorsilbe verwendet.
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Beispiel: 2,4-Dimethyl-3-Ethyl-Pentan.
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Unterschiedliche Seitenketten werden alphabetisch nach dem Namen der Alkylgruppe geordnet.
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Beispiel: 3-Ethyl-2,4-Dimethylpentan.
Folgende Abbildung zeigt ein weiteres Beispiel für die vollständige Anwendung aller Nomenklaturregeln:
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Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
HAUPTKETTE
Die längste zusammenhängende C-Kette bestimmt den Stammnamen (z. B. Pentan für 5 C-Atome).
LOKANTEN
Die Hauptkette wird so nummeriert, dass die Verzweigungsstellen möglichst kleine Zahlen erhalten.
VORSILBEN
Gleiche Seitenketten werden gezählt: Di- (2×), Tri- (3×), Tetra- (4×). Diese Vorsilben zählen nicht bei der alphabetischen Sortierung.
ALPHABETISCH
Verschiedene Seitenketten stehen im Namen in alphabetischer Reihenfolge – Ethyl (E) vor Methyl (M).
Häufige Fragen – Genfer Nomenklatur der Alkane
Was ist der Unterschied zwischen einem Alkan und einem Alkylrest?
Ein Alkan ist ein gesättigter Kohlenwasserstoff mit der allgemeinen Formel CnH2n+2. Ein Alkylrest entsteht, wenn man einem Alkan-Molekül ein Wasserstoff-Atom „entfernt"; seine allgemeine Formel lautet –CnH2n+1. Alkylreste treten als Seitenketten in verzweigten Alkanen auf – zum Beispiel der Methylrest (–CH3) oder der Ethylrest (–C2H5).
Wie bestimmt man die Hauptkette bei einem verzweigten Alkan?
Man sucht die längste zusammenhängende Kohlenstoffkette im Molekül. Es hilft, die Kette gedanklich „glatt zu bügeln". Der Name des entsprechenden unverzweigten Alkans (Methan, Ethan, Propan, Butan, Pentan, Hexan …) bildet den Stammnamen. Bei gleich langen Ketten wählt man diejenige, die die meisten Seitenketten trägt.
Warum sollen die Lokanten (Positionszahlen) möglichst klein sein?
Die Regel der niedrigsten Lokanten sorgt dafür, dass es für jede Verbindung nur einen eindeutigen IUPAC-Namen gibt. Die Hauptkette wird von dem Ende aus nummeriert, das dem ersten Verzweigungspunkt am nächsten liegt. So ergibt sich beispielsweise „2-Methylbutan" statt „3-Methylbutan" für dieselbe Verbindung.
Was bedeuten die Vorsilben Di-, Tri- und Tetra-?
Treten gleiche Seitenketten mehrfach auf, wird die Anzahl als Zahlwort vor den Seitenkettenname gesetzt: Di- (2×), Tri- (3×), Tetra- (4×), Penta- (5×). Alle zugehörigen Lokanten werden aufgelistet, z. B. „2,4-Dimethyl" für zwei Methylgruppen an C-Atom 2 und 4. Wichtig: Diese Zahlvorsilben werden bei der alphabetischen Sortierung der Seitenketten nicht berücksichtigt.
In welcher Reihenfolge werden unterschiedliche Seitenketten im Namen angegeben?
Verschiedene Seitenketten werden alphabetisch nach dem Namen der Alkylgruppe geordnet – dabei bleiben Zahlvorsilben wie Di- oder Tri- außer Acht. Ethyl (E) kommt daher vor Methyl (M), also z. B.: „3-Ethyl-2,4-dimethylpentan". Mehr zur Nomenklatur der nächsten Stoffklasse findest du auf der Seite → Nomenklatur der Alkene (Kl. 10).
Lernkarten – Genfer Nomenklatur
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was ist ein Alkylrest und wie lautet seine allgemeine Formel?
Ein Alkylrest ist ein Alkan, dem ein H-Atom fehlt. Formel: –CnH2n+1 (z. B. Methylrest –CH3, Ethylrest –C2H5).
2Was bestimmt den Stammnamen eines verzweigten Alkans?
Die längste zusammenhängende Kohlenstoffkette (Hauptkette). 5 C-Atome → Pentan; 6 C-Atome → Hexan usw.
3Wie wird die Hauptkette nummeriert?
Von dem Ende aus, das dem ersten Verzweigungspunkt am nächsten liegt → niedrigste Lokanten für alle Seitenketten.
4Welche Reihenfolge gilt für verschiedene Seitenketten im IUPAC-Namen?
Alphabetisch nach dem Alkylgruppennamen (ohne Vorsilben Di-, Tri-). Ethyl (E) vor Methyl (M).
5Wie heißt: 6 C-Kette, Ethylgruppe an C-3, zwei Methylgruppen an C-2 und C-2?
3-Ethyl-2,2-dimethylhexan
(Hexan = 6 C; 2,2-Dimethyl = zwei Methyl an C-2; 3-Ethyl an C-3; E vor M).Weiter im Kapitel Alkane
← 1.5 Homologe Reihe der Alkane → 1.6 Übungen zur Nomenklatur
🔁 Weiter in der Organik: Nomenklatur der Alkene (Kl. 10)
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01.6 Übung zur Nomenklatur
Was du auf dieser Seite übst
Hier übst du die Genfer Nomenklatur an allen 9 Konstitutionsisomeren der Summenformel C7H16. Schau dir die Halbstrukturformel an, überlege den systematischen Namen – und klappe dann die Lösung auf.
Grundlagen – Genfer Nomenklatur
Die 7 Nomenklaturregeln hast du auf der vorherigen Seite kennengelernt: → 1.6 Genfer Nomenklatur der Alkane
1.6.3 Isomere der Summenformel C7H16
Entwickle zur Übung die Halbstrukturformeln der Isomeren der Summenformel C7H16 und benenne die Verbindungen mit ihrem systematischen Namen. Beachte: Es gibt 9 verschiedene Konstitutionsisomere.
Schau dir jede Halbstrukturformel an, überlege den Namen – und klappe dann die Lösung auf.
Isomer 1 von 9
Lösung anzeigen
Name: n-Heptan
Isomer 2 von 9
Lösung anzeigen
Name: 2-Methylhexan
Isomer 3 von 9
Lösung anzeigen
Name: 3-Methylhexan
Isomer 4 von 9
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Name: 2,2-Dimethylpentan
Isomer 5 von 9
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Name: 2,3-Dimethylpentan
Isomer 6 von 9
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Name: 2,4-Dimethylpentan
Isomer 7 von 9
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Name: 3,3-Dimethylpentan
Isomer 8 von 9
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Name: 2,2,3-Trimethylbutan
Isomer 9 von 9
Lösung anzeigen
Name: 3-Ethylpentan
Lösung: Alle 9 Isomere im Überblick
1 unverzweigtes Isomer: n-Heptan
2 einfach verzweigte: 2-Methylhexan · 3-Methylhexan
5 zweifach verzweigte: 2,2- · 2,3- · 2,4- · 3,3-Dimethylpentan · 3-Ethylpentan
1 dreifach verzweigtes: 2,2,3-Trimethylbutan
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
KONSTITUTIONSISOMERE
Isomere haben die gleiche Summenformel, aber eine verschiedene Verknüpfung der Atome (→ verschiedene Strukturformeln).
ANZAHL
C7H16 hat 9 Konstitutionsisomere. Mit steigender Kettenlänge wächst die Isomerenzahl stark an.
SYSTEMATISCH VORGEHEN
Erst die längste Kette (unverzweigt), dann schrittweise kürzer mit mehr Verzweigungen – so findet man alle Isomere.
EIGENSCHAFTEN
Stärker verzweigte Isomere haben niedrigere Siedepunkte, weil die van-der-Waals-Kräfte bei kompakterer Gestalt schwächer sind.
Häufige Fragen – Isomere und Nomenklaturübungen
Was sind Konstitutionsisomere?
Konstitutionsisomere (auch Strukturisomere) sind Verbindungen mit gleicher Summenformel, aber verschiedener Verknüpfung der Atome. Sie sind vollständig verschiedene chemische Verbindungen mit eigenen Eigenschaften (Siedepunkt, Schmelzpunkt, Dichte). Alle 9 Isomere von C7H16 gehören zur Gruppe der Konstitutionsisomere.
Wie findet man systematisch alle Isomere einer Summenformel?
Man geht nach folgendem Schema vor: (1) Längste unverzweigte Kette (hier: n-Heptan, 7 C). (2) Hauptkette um 1 kürzen und eine Methylgruppe anbringen – dabei alle unterschiedlichen Positionen prüfen (→ 2-Methylhexan, 3-Methylhexan). (3) Hauptkette nochmals kürzen, zwei Seitenketten anbringen usw. Wichtig: Immer prüfen, ob ein neues Gebilde wirklich verschieden von bereits gefundenen ist.
Was unterscheidet 2-Methylhexan von 3-Methylhexan?
Beide haben eine 6 C-Atome lange Hauptkette (Hexan) und eine Methylgruppe als Seitenkette – aber an verschiedenen Positionen: Bei 2-Methylhexan sitzt die Methylgruppe an C-2, bei 3-Methylhexan an C-3. Gleiche Summenformel, verschiedene Struktur → verschiedene Eigenschaften.
Warum hat 2,2,3-Trimethylbutan einen niedrigeren Siedepunkt als n-Heptan?
Je stärker verzweigt ein Alkan ist, desto kugelförmiger (kompakter) ist das Molekül – die Oberfläche ist kleiner. Damit werden die van-der-Waals-Kräfte zwischen den Molekülen schwächer. Weniger Anziehungskräfte bedeuten: Das Molekül lässt sich leichter aus dem flüssigen Zustand herauslösen → niedrigerer Siedepunkt. Mehr dazu auf der nächsten Seite: → Eigenschaften der Alkane.
Wie viele Isomere hat C₅H₁₂?
C5H12 (Pentan) hat 3 Konstitutionsisomere: n-Pentan (5 C unverzweigt), 2-Methylbutan (4 C-Kette + 1 Methylgruppe an C-2) und 2,2-Dimethylpropan (3 C-Kette + 2 Methylgruppen an C-2, auch „Neopentan" genannt). Zum Vergleich: C4H10 hat 2 Isomere, C6H14 hat 5 Isomere.
Lernkarten – Isomere und Nomenklatur
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was sind Konstitutionsisomere? Nenne ein Kriterium.
Gleiche Summenformel, aber verschiedene Verknüpfung der Atome (→ verschiedene Strukturformel und verschiedene Eigenschaften).
2Wie viele Konstitutionsisomere hat C7H16?
9 Isomere: n-Heptan · 2- und 3-Methylhexan · 2,2- / 2,3- / 2,4- / 3,3-Dimethylpentan · 3-Ethylpentan · 2,2,3-Trimethylbutan.
3Wie viele Isomere hat C5H12? Nenne alle Namen.
3 Isomere: n-Pentan · 2-Methylbutan · 2,2-Dimethylpropan (Neopentan).
4Warum sinkt der Siedepunkt mit steigendem Verzweigungsgrad?
Stärkere Verzweigung → kompakteres Molekül → kleinere Oberfläche → schwächere van-der-Waals-Kräfte → niedrigerer Siedepunkt.
5Benenne: C-Kette mit 4 Atomen, je eine Methylgruppe an C-2 und C-3.
2,3-Dimethylbutan
(Butan = 4 C; zwei Methylgruppen an C-2 und C-3 → 2,3-Dimethyl; Summenformel: C6H14).Weiter im Kapitel Alkane
← 1.6 Genfer Nomenklatur → 1.7 Eigenschaften der Alkane
🔁 Weiter in der Organik: Isomerien der Alkene (Kl. 10)
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01.7 Struktur und Eigenschaften der Alkane
Was du auf dieser Seite lernst
Die Struktur der Alkane bestimmt ihre Eigenschaften. Du lernst, warum Alkane reaktionsträge sind, welche zwischenmolekularen Kräfte (ZMK) zwischen ihren Molekülen wirken und was das für Siedepunkt, Schmelzpunkt und Löslichkeit bedeutet.
Grundlagen aus der 9. Klasse
Polare und unpolare Bindungen sowie zwischenmolekulare Kräfte (ZMK) hast du bereits in der 9. Klasse kennengelernt:
→ Polare und unpolare Atombindung (Kl. 9) · → Elektrische Dipole (Kl. 9)1.7 Struktur und Eigenschaften der Alkane
1.7.1 Bindungsverhältnisse
a) Bindungsverhältnisse im Molekül lassen bestimmte chemische Verhaltensweisen voraussagen:
- sehr starke Einfachbindung
→ reaktionsträge - fast unpolare Atombindung
→ normalerweise keine Reaktion als Säure (auch keine Eigenprotolyse), da kein Proton abgespalten wird.
→ bei starkem Erhitzen bzw. starkem Angriff kommt es zur symmetrischen (radikalischen, homolytischen) Spaltung der Bindung.
- keine freien Elektronenpaare
→ kann nicht als Base reagieren (kann kein Proton aufnehmen) - keine Elektronenpaarlücke
→ kann nicht als elektrophiles Teilchen reagieren b) Bindungen bzw. Kräfte zwischen den Molekülen (ZMKs) sind verantwortlich für die physikalischen Eigenschaften (Siedetemperatur, Schmelztemperatur, Löslichkeit etc.):
- nur van-der-Waals-Kräfte
- keine Wasserstoffbrücken
- keine Dipol-Dipol-Wechselwirkungen
- Siedepunkt ist niedrig (steigt mit der Molekülgröße)
- Schmelzpunkt ist niedrig (steigt mit der Molekülgröße)
- Löslichkeit: schlecht in Stoffen, in denen starke Wasserstoffbrücken vorliegen
- Löslichkeit: schlecht in polaren Stoffen
- Alkane lösen keine Salze, da sie keine Solvationshüllen ausbilden
Alkane sind typisch unpolare Stoffe (hydrophob, wassermeidend).
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
REAKTIONSTRÄGHEIT
Starke, fast unpolare C–C- und C–H-Bindungen machen Alkane reaktionsträge – weder Säure noch Base noch Nucleophil noch Elektrophil.
ZMK
Zwischen Alkanmolekülen wirken nur van-der-Waals-Kräfte – keine Wasserstoffbrücken, keine Dipol-Wechselwirkungen.
SIEDEPUNKT
Mehr C-Atome → größere Moleküloberfläche → stärkere vdW-Kräfte → höherer Siedepunkt. Stärkere Verzweigung senkt den Siedepunkt.
HYDROPHOB
Alkane sind unpolar und wassermeidend (hydrophob). Sie lösen sich nicht in Wasser und lösen keine Salze.
Häufige Fragen – Eigenschaften der Alkane
Warum sind Alkane so reaktionsträge?
Die C–C- und C–H-Bindungen in Alkanen sind sehr stark und fast unpolar (Elektronegativitätsunterschied sehr gering). Dadurch bieten Alkane weder freie Elektronenpaare (kein Angriffspunkt für Elektrophile) noch eine Elektronenpaarlücke (kein Angriffspunkt für Nucleophile). Auch eine Protonenabgabe findet praktisch nicht statt. Nur unter extremen Bedingungen – sehr hohe Temperaturen oder UV-Licht – kommt es zur homolytischen Bindungsspaltung und damit zu einer radikalischen Reaktion.
Warum steigt der Siedepunkt der Alkane mit der Kettenlänge?
Mit jedem zusätzlichen C-Atom wächst die Moleküloberfläche. Größere Oberfläche bedeutet mehr Kontaktfläche zwischen den Molekülen und damit stärkere van-der-Waals-Kräfte. Um ein Molekül aus dem flüssigen Zustand zu befreien, muss mehr Energie aufgewendet werden → der Siedepunkt steigt. Methan (C1) siedet bei –162 °C, Hexan (C6) bereits bei +69 °C.
Warum lösen sich Alkane nicht in Wasser?
Wasser ist ein stark polares Lösungsmittel, das ausgeprägte Wasserstoffbrücken zwischen seinen Molekülen ausbildet. Alkane sind unpolar und können keine entsprechenden Wechselwirkungen mit Wasser eingehen. Nach dem Prinzip „Gleiches löst Gleiches" (lat. similia similibus solvantur) bleiben Alkane in Wasser ungelöst und bilden eine separate Phase (z. B. Öl auf Wasser). Salze lösen Alkane ebenfalls nicht auf, da Alkane keine Solvationshüllen um Ionen ausbilden können.
Warum haben verzweigte Alkane niedrigere Siedepunkte als unverzweigte?
Je stärker ein Alkan verzweigt ist, desto kompakter (kugelförmiger) ist das Molekül. Die Oberfläche, über die van-der-Waals-Kräfte wirken können, wird kleiner → die Anziehungskräfte zwischen den Molekülen sind schwächer → der Siedepunkt sinkt. Beispiel: n-Pentan (unverzweigt) siedet bei 36 °C, 2,2-Dimethylpropan (stark verzweigt) bereits bei 9 °C – obwohl beide die gleiche Summenformel C5H12 haben. Mehr dazu unter: → Isomere von C₇H₁₆.
Was ist die homolytische (radikalische) Spaltung einer Bindung?
Bei der homolytischen Spaltung teilen sich beide Bindungspartner die gemeinsamen Elektronen gleichmäßig auf – jedes Atom erhält ein Elektron. Es entstehen Radikale (Teilchen mit einem ungepaarten Elektron), die sehr reaktiv sind. Dies geschieht bei Alkanen nur unter extremen Bedingungen wie hohen Temperaturen oder UV-Strahlung. Es ist die Grundlage der radikalischen Substitution. Im Gegensatz dazu werden bei der heterolytischen Spaltung beide Elektronen von einem Partner behalten.
Lernkarten – Eigenschaften der Alkane
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1Warum sind Alkane reaktionsträge? Nenne zwei Gründe.
1. C–C- und C–H-Bindungen sind sehr stark.
2. Die Bindungen sind fast unpolar → kein Angriffspunkt für Nucleophile oder Elektrophile.2Welche ZMK wirken zwischen Alkanmolekülen?
Ausschließlich van-der-Waals-Kräfte. Keine Wasserstoffbrücken, keine Dipol-Dipol-Wechselwirkungen (Alkane sind unpolar).
3Warum steigt der Siedepunkt der Alkane mit der Kettenlänge?
Mehr C-Atome → größere Oberfläche → stärkere van-der-Waals-Kräfte → mehr Energie nötig zum Verdampfen → höherer Siedepunkt.
4Was bedeutet „hydrophob"? Warum sind Alkane hydrophob?
Hydrophob = wassermeidend. Alkane sind unpolar → können keine Wechselwirkungen mit polarem Wasser eingehen → lösen sich nicht in Wasser.
5n-Pentan oder 2,2-Dimethylpropan – welches hat den höheren Siedepunkt? Begründe.
n-Pentan (Sdp. 36 °C) > 2,2-Dimethylpropan (Sdp. 9 °C). n-Pentan ist gestreckter → größere Oberfläche → stärkere vdW-Kräfte – obwohl beide C5H12 sind.
Weiter im Kapitel Alkane
← 1.6 Übungen zur Nomenklatur → 1.8 Angriffsfreudige Teilchen
🔁 Grundlagen: Polare und unpolare Atombindung (Kl. 9) · Elektrische Dipole (Kl. 9)
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01.8 Angriffsfreudige Teilchen
Was du auf dieser Seite lernst
Chemische Reaktionen werden nach dem angreifenden Teilchen benannt. Du lernst drei Typen kennen: Radikale (Einzelelektronen), Elektrophile (Elektronenpaarlücke) und Nucleophile (freie Elektronenpaare). Diese Konzepte sind die Grundlage für alle Reaktionsmechanismen in der organischen Chemie.
Grundlagen aus der 9. Klasse
Freie Elektronenpaare und Strukturformeln von Molekülen hast du in der 9. Klasse behandelt:
→ Lewis-Formeln für Moleküle (Kl. 9) · → HNO-Regel (Kl. 9)1.8 Angriffsfreudige Teilchen
1.8.1 Teilchen mit Einzelelektronen: Radikale
Bsp.:
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Radikale sind meist unbeständige Teilchen. Sie entstehen durch homolytische Spaltung (meist) unpolarer Bindungen unter Energiezufuhr (z. B. Wärme, Licht). Radikale sind sehr reaktionsfreudig und reagieren mit ihresgleichen oder mit Molekülen unter Neubildung von Radikalen.
1.8.2 Teilchen mit Elektronenpaarlücke: Elektrophile Teilchen
Bsp.:
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Elektrophile Teilchen sind sehr reaktionsfreudige Teilchen; sie wollen sich an ein freies Elektronenpaar anlagern (= Lewis-Säuren – für die Universität).
1.8.3 Teilchen mit freien Elektronenpaaren: Nucleophile Teilchen oder Basen
Bsp.:
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a) Nucleophile wollen positiv geladene oder positivierte Teilchen anlagern:
- als Basen: Protonen
- als nucleophile Teilchen (Lewis-Basen): andere Teilchen mit Elektronenpaarlücke (elektrophile Teilchen)
b) Basizität und Nucleophilie verlaufen annähernd parallel
- so ist z. B. das Hydroxid-Ion stärker basisch und stärker nucleophil als Wasser
- Basizität und Nucleophilie sind von der Zahl der freien Elektronenpaare unabhängig!
Zusammenfassung:
- Reaktionen werden nach der Funktion der angreifenden Teilchen benannt.
- Als Angreifer wird i. a. das kleinere Teilchen bezeichnet.
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Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
RADIKALE
Teilchen mit einem ungepaarten Elektron. Entstehen durch homolytische Spaltung unter Energiezufuhr. Sehr reaktiv.
ELEKTROPHILE
Teilchen mit Elektronenpaarlücke. Suchen freie Elektronenpaare (= Lewis-Säuren). Bsp.: H⁺, BF₃, AlCl₃.
NUCLEOPHILE
Teilchen mit freien Elektronenpaaren. Greifen elektrophile Zentren an (= Lewis-Basen). Bsp.: OH⁻, NH₃, H₂O.
REAKTIONSNAME
Der Name einer Reaktion folgt dem angreifenden Teilchen: radikalisch · elektrophil · nucleophil.
Häufige Fragen – Angriffsfreudige Teilchen
Was ist ein Radikal und wie entsteht es?
Ein Radikal ist ein Teilchen mit einem ungepaarten Elektron (Einzelelektron). Radikale entstehen durch homolytische (symmetrische) Spaltung einer kovalenten Bindung: Dabei erhält jeder Bindungspartner genau eines der beiden Bindungselektronen. Dies geschieht unter starker Energiezufuhr – etwa durch UV-Licht oder hohe Temperaturen. Radikale sind meist kurzlebig und sehr reaktionsfreudig, weil das Einzelelektron nach einem Bindungspartner „sucht".
Was ist der Unterschied zwischen einem Elektrophil und einem Nucleophil?
Ein Elektrophil hat eine Elektronenpaarlücke – es ist elektronenarm und sucht ein freies Elektronenpaar (= Lewis-Säure). Ein Nucleophil hat freie Elektronenpaare – es ist elektronenreich und greift elektronenärmere Zentren an (= Lewis-Base). Elektrophile und Nucleophile sind komplementäre Partner: Der Nucleophil spendet sein Elektronenpaar an die Lücke des Elektrophils.
Warum sind Radikale so reaktionsfreudig?
Radikale besitzen ein ungepaart vorliegendes Elektron, das energetisch ungünstig ist. Das Radikal strebt danach, eine stabile Elektronenpaarung zu erreichen. Es reagiert deshalb sofort mit verfügbaren Molekülen oder anderen Radikalen. Bei der Reaktion mit einem Molekül entsteht häufig ein neues Radikal – dies führt zu einer Kettenreaktion, wie sie bei der radikalischen Substitution der Alkane auftritt. Mehr dazu: → Radikalische Substitution.
Was haben Nucleophile und Brønsted-Basen gemeinsam?
Beide besitzen freie Elektronenpaare. Eine Brønsted-Base nimmt ein Proton (H⁺) auf – dazu braucht sie ein freies Elektronenpaar. Ein Nucleophil greift allgemein elektronenärmere Teilchen an. Basizität und Nucleophilie verlaufen daher annähernd parallel: Das Hydroxid-Ion (OH⁻) ist sowohl stärker basisch als auch stärker nucleophil als Wasser (H₂O). Entscheidend ist aber nicht die Anzahl der freien Elektronenpaare, sondern deren Verfügbarkeit (Polarisierbarkeit).
Was versteht man unter Lewis-Säure und Lewis-Base?
Das Lewis-Konzept ist eine Erweiterung des Brønsted-Konzepts und gilt für die Universität: Eine Lewis-Säure ist ein Elektronenpaarakzeptor (= Elektrophil) – sie nimmt ein Elektronenpaar auf. Eine Lewis-Base ist ein Elektronenpaardonor (= Nucleophil) – sie stellt ein Elektronenpaar zur Verfügung. Das Lewis-Konzept ist weiter gefasst als das Brønsted-Konzept, da es keine Protonen benötigt: BF₃ ist eine Lewis-Säure, obwohl es kein Proton abgeben kann. Mehr zur Säure-Base-Theorie: → Brønsted-Definition (Kl. 9).
Lernkarten – Angriffsfreudige Teilchen
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was kennzeichnet ein Radikal? Wie entsteht es?
Ein Radikal hat ein ungepaart vorliegendes Elektron. Es entsteht durch homolytische Spaltung einer Bindung unter Energiezufuhr (Wärme, UV-Licht).
2Was ist ein Elektrophil? Nenne zwei Beispiele.
Elektrophil = Teilchen mit Elektronenpaarlücke; sucht freie Elektronenpaare (Lewis-Säure). Bsp.: H⁺, BF₃, AlCl₃.
3Was ist ein Nucleophil? Nenne zwei Beispiele.
Nucleophil = Teilchen mit freiem Elektronenpaar; greift elektronenärmere Zentren an (Lewis-Base). Bsp.: OH⁻, NH₃, H₂O.
4Wie heißt eine Reaktion, bei der ein Nucleophil angreift?
Nucleophile Reaktion (z. B. nucleophile Substitution SN). Reaktionen werden nach dem angreifenden Teilchen benannt – das ist i. d. R. das kleinere.
5Ordne zu: H⁺ · OH⁻ · Cl• – Radikal, Elektrophil oder Nucleophil?
H⁺ → Elektrophil (Elektronenpaarlücke)
OH⁻ → Nucleophil (freies Elektronenpaar)
Cl• → Radikal (Einzelelektron)Weiter im Kapitel Alkane
← 1.7 Eigenschaften der Alkane → 1.9 Radikalische Substitution
🔁 Grundlagen: Lewis-Formeln (Kl. 9) · Brønsted-Definition (Kl. 9)
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02 Alkene
Was du in diesem Kapitel lernst
Alkene sind Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer C=C-Doppelbindung – der charakteristischen funktionellen Gruppe dieser Verbindungsklasse. Am Beispiel des Ethens (C2H4) lernst du Aufbau, Eigenschaften und typische Reaktionen der Alkene kennen: von der Bromwasserprobe über die cis-trans-Isomerie bis zur katalytischen Hydrierung.
Grundlagen aus der 10. Klasse
Alkene bauen direkt auf dem Wissen über die gesättigten Kohlenwasserstoffe auf – wiederhole bei Bedarf: → 1. Alkane – Homologe Reihe, Genfer Nomenklatur, radikalische Substitution
Kapitelübersicht – 2. Alkene
Klicke auf eine Kachel, um direkt zum Unterkapitel zu springen.
H₂C=CH₂2.1
Ethen
Eigenschaften · Summenformel · Strukturformel · Vorkommen & Verwendung
Br₂2.1.5
Nachweis von Alkenen
Bromwasserprobe · Elektrophile Addition · Reaktionsgleichung
cis
trans2.1.6 / 2.1.7
Isomerien von Alkenen
Konstitutions-Isomerie · cis-trans-Isomerie · (E/Z)-Nomenklatur
But-2-en2.2
Nomenklatur der Alkene
IUPAC-Benennung · Lokanten · Übungsaufgaben
+H₂/Ni2.3
Katalytische Hydrierung
Hydrierung ⇔ Eliminierung · Gleichgewicht · Katalysator Ni / Pt
sp²
sp³2.4
Vergleich Ethen – Ethan
Reaktivität · sp²- vs. sp³-Hybridisierung · π-Elektronensystem
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
Funktionelle Gruppe
Alkene sind ungesättigte Kohlenwasserstoffe. Ihre charakteristische funktionelle Gruppe ist die C=C-Doppelbindung (σ- + π-Bindung). Allgemeine Formel: CnH2n.
Nachweis
Die Bromwasserprobe weist C=C-Doppelbindungen nach: Braunes Bromwasser wird durch Additionsreaktion entfärbt – eindeutiger Nachweis auf Mehrfachbindungen.
cis-trans-Isomerie
Die Doppelbindung blockiert die freie Rotation um die C=C-Achse. Dadurch entstehen räumlich verschiedene cis- und trans-Isomere mit unterschiedlichen Eigenschaften.
Reaktionstyp
Typisch für Alkene ist die elektrophile Addition: Die Doppelbindung wird geöffnet, Atome oder Gruppen lagern sich an (z. B. H2, Br2, HBr).
Häufige Fragen – Alkene
Was sind Alkene und wie unterscheiden sie sich von Alkanen?
Alkene sind Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer C=C-Doppelbindung. Im Gegensatz zu den gesättigten Alkanen (nur Einfachbindungen) sind Alkene ungesättigt: Die Doppelbindung besteht aus einer σ-Bindung und einer π-Bindung. Die allgemeine Summenformel lautet CnH2n. Das einfachste Alken ist Ethen (C2H4). Alkene sind durch ihre Doppelbindung reaktiver als Alkane; ihr typischer Reaktionstyp ist die elektrophile Addition, nicht die radikalische Substitution der Alkane.
Wie weist man eine C=C-Doppelbindung nach?
Den klassischen Nachweis liefert die Bromwasserprobe: Braunes Bromwasser (Br2 in Wasser) wird durch Additionsreaktion entfärbt, weil das Brom an die Doppelbindung addiert wird. Gleichung am Beispiel Ethen: C2H4 + Br2 → C2H4Br2 (1,2-Dibromethan). Der Test ist eindeutig für alle Verbindungen mit Mehrfachbindungen. → 2.1.5 Nachweis von Alkenen
Was ist cis-trans-Isomerie, und wann tritt sie auf?
Die C=C-Doppelbindung blockiert die freie Drehbarkeit um die Bindungsachse. Wenn an beiden Doppelbindungskohlenstoffen je zwei verschiedene Substituenten sitzen, entstehen zwei räumlich unterschiedliche Isomere: Im cis-Isomer (= Z-Form: zusammen) stehen die gleichartigen Gruppen auf derselben Seite der Doppelbindung; im trans-Isomer (= E-Form: entgegen) auf gegenüberliegenden Seiten. Beispiel: cis-But-2-en und trans-But-2-en haben dieselbe Summenformel (C4H8), aber verschiedene Siedepunkte. → 2.1.6/2.1.7 Isomerien von Alkenen
Wie werden Alkene nach IUPAC benannt?
Die Nomenklatur der Alkene folgt denselben Grundregeln wie bei den Alkanen, mit Besonderheiten: (1) Die längste Kette, die die Doppelbindung enthält, ist die Hauptkette. (2) Sie wird so nummeriert, dass die Doppelbindung die niedrigstmögliche Lokante erhält. (3) Die Endung lautet „-en" (mehrere Doppelbindungen: -dien, -trien). (4) Die Position der Doppelbindung steht als Lokant vor der Endung: z. B. But-1-en, nicht 1-Buten (moderne IUPAC-Schreibweise). Bei cis-trans-Isomeren wird das Konfigurationspräfix vorangestellt: cis-But-2-en oder (Z)-But-2-en. → 2.2 Nomenklatur der Alkene
Was ist katalytische Hydrierung, und wie verhält sie sich zur Eliminierung?
Katalytische Hydrierung und Eliminierung sind Umkehrreaktionen: Bei der Hydrierung wird H2 mithilfe eines Nickel- oder Platin-Katalysators an die C=C-Doppelbindung addiert → Alken wird zu Alkan (z. B. C2H4 + H2 → C2H6). Bei der Eliminierung wird H2 unter hoher Temperatur abgespalten → Alkan wird zu Alken. Die Gesamtreaktion ist umkehrbar: Ethen ⇔ Ethan. Wichtig: Der Katalysator beeinflusst nur die Reaktionsgeschwindigkeit, verschiebt aber die Gleichgewichtslage nicht. → 2.3 Katalytische Hydrierung
Lernkarten – Alkene
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was ist die funktionelle Gruppe der Alkene, und woraus besteht sie?
Die C=C-Doppelbindung. Sie besteht aus einer σ-Bindung (Überlappung entlang der Achse) und einer π-Bindung (seitliche Überlappung). Alkene sind deshalb ungesättigt und reaktiver als Alkane.
2Wie lautet die allgemeine Formel der Alkene? Nenne die ersten vier mit Formel.
CnH2n (n ≥ 2)
Ethen C2H4 · Propen C3H6
Buten C4H8 · Penten C5H103Wie funktioniert der Bromwassertest? Was beobachtet man?
Braunes Bromwasser wird mit dem Alken gemischt. Das Bromwasser entfärbt sich, weil Br2 durch elektrophile Addition an die C=C-Doppelbindung gebunden wird. → Nachweis auf Mehrfachbindung.
4Wann tritt cis-trans-Isomerie auf? Was unterscheidet cis von trans?
Wenn an beiden C-Atomen der C=C-Bindung je zwei verschiedene Substituenten sitzen. cis: gleichartige Gruppen auf einer Seite; trans: auf gegenüberliegenden Seiten. Freie Rotation um die Doppelbindung ist nicht möglich.
5Berechne: Wie viel g H2 werden benötigt, um 28 g Ethen vollständig zu hydrieren?
C2H4 + H2 → C2H6
M(C2H4) = 28 g/mol → n = 1 mol
Stöchiometrie 1:1 → n(H2) = 1 mol
m(H2) = 1 mol · 2 g/mol = 2 g H2
Weiter im Fach Chemie / 10. Klasse
← 1. Alkane → 3. Alkine ↑ Übersicht 10. Klasse
🔭 Vertiefung in der Kursstufe: Aromaten – Benzol und seine Derivate · Cycloalkane
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02 Fischer-Projektion
2 Fischer-Projektion
Regeln und Reihenfolge:
- C-Gerüst senkrecht
- höchstes oxidiertes C-Atom oben (Oxidationszahl)
- beide C-C-Bindungen am mittleren C-Atom zeigen nach hinten (hinter die Papier-Ebene)
- beide horizontale Bindungen am mittleren, asymmetrischen C-Atom (H-C-; H-O-C-Bindung) zeigen nach vorne.
- Das Isomer, bei dem die Substituentengruppe mit dem elektronegativsten Atom in der Fischer-Projektion rechts steht, wird mit D[1] bezeichnet; steht der Substituent links, dann wird er mit L[2] bezeichnet.
Beispiel
a) Milchsäure: 2 Hydroxypropansäure

Im folgenden die D-Milchsäure
c) Weinsäure (2,3-Dihydroxybutan-1,4-Dicarbonsäure):
Wichtiger Hinweis: die zweite Weinsäure ist die D-(-)-Weinsäure. Der Name innerhalb der Abbildung ist falsch! Danke für die Korrektkur.
Hat eine Verbindung n asymmetrische C-Atome, so gibt es meist 2n Stereoisomere. Stereoisomere, die keine Enantiomere sind, heißen Diastereomere und haben verschiedene physikalische Eigenschaften.
Substanzen, deren Moleküle mit ihren Spiegelbildern übereinstimmen, obwohl sie Chiralitätszentranen besitzen, heißen meso-Verbindungen ("Das Spiegelbild des Originals kann durch Drehung wieder genau so aussehen, wie das Original). Sie besitzen eine Spiegelebene im Molekül.
-----------------[1] D = dexter (lat) = rechts
[2] L = laevus (lat) = links -
02.1 Ethen
2 Alkene
2.1 Ethen
2.1.1 Eigenschaften
- farbloses, brennbares Gas;
- die Flamme leuchtet stärker als bei Methan und Ethan;
- Siedetemperatur: -104°C
- Schmelztemperatur: - 169°C
2.1.2 Ermittlung der Summenformel
a) Qualitative Analyse (Verbrennungsanalyse)
Bei der vollständigen Verbrennung von Ethen entstehen H2O und CO2.
b) Quantitative Analyse (Bestimmung der molaren Masse)
Die molare Masse von Ethen: M(Ethen) = 28 g/mol
Die Molekülmasse von Ethen: 28 u
c) Summenformel (Molekülformel): C2H4
2.1.3 Strukturformel
Die Doppelbindung zwischen den beiden C-Atomen wird durch zwei Elektronenpaare gebildet. Diese stoßen sich ab. Man spricht von einer „Bogenbindung“ („Bananenbindung“).
Im Ethen Molekül betragen die Bindungswinkel 120°.
Alle Atome liegen in einer Ebene.
Die C=C-Doppelbindung verhindert die freie Drehbarkeit um die C-C-Achse.Aufgabe: Wie viel Liter Luft benötigt man bei der Verbrennung von 2 l Ethen
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C2H4 + 3 O2 → 2 CO2 + 2 H2O
1 Molekül 3 Moleküle 2 Moleküle 2 Moleküle
Stoffmenge n: 1mol 3 mol 2 mol 2 mol
Mol. Volumen V 22,4 L 67,2 L 44,8 L
Dreisatz: x/2L = 67,7L/22,4L
Zur Vollständigen Verbrennung von 2 L Ethen benötigt man 6 L Sauerstoff, d.h. 30 L Luft.
{/sliders}
.
2.1.4 Vorkommen, Gewinnung und Verwendung
a) Vorkommen
Bei Pflanzen als Hormon (Phytohormon). Steuert:
- Fruchtreifung
- Keimwachstum
- Entwicklung
- Dickenwachstum
- Blattfall
- Informationsweitergabe an benachbarte Pflanzen
b) Gewinnung
- Cracken von Erdöl
c) Verwendung
- Reifung von Früchten
- Herstellung von organischen Stoffen (Kunststoffe, Tenside,...)
-
02.1.5 Nachweis von Alkenen (Mehrfachbindungen)
2.1.5 Nachweis von Alkenen (Doppelbindung)
Versuch: Ein Erlenmeyerkolben wird unter Wasser mit 250 ml Ethen gefüllt, anschließend werden 0,5 ml Brom dazugegeben und mit dem Stopfen verschlossen.
Alternativ: Hexen + Bromwasser (VORSICHT FALLS MAN BROM NIMMT ⇨ heftige Reaktion)
Beobachtung:
Die Bromfarbe verschwindet; Volumenabnahme; der Erlenmeyerkolben wird warm; es entsteht ein flüssiges Produkt, die Dichte ist größer als 1 g/cm³.Auswertung:
Zwei Hypothesen:I) Substitution:
II) Addition:
ErgebnisBei der Reaktion Ethen + Brom entsteht (fast) nur ein Reaktionsprodukt. „Bromwasserstoffnebel“ waren kaum zu sehen. Es fand somit eine Addition statt.
Additionsreaktionen: Reaktionen bei denen sich zwei Moleküle zu einem Molekül vereinigen! Es kommt dabei zur Anlagerung von Atomen oder Atomgruppen an Doppelbindungen (Mehrfachbindun-gen).
Reaktionsmechanismus: AE-Reaktionen (elektrophile Addition)
= typische Reaktion von Alkenen
-
03 Alkine
Was du in diesem Kapitel lernst
Alkine sind Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer C≡C-Dreifachbindung – noch reaktiver als die Alkene. Das wichtigste Alkin ist Ethin (Acetylen): du lernst seine Eigenschaften, seine technische Herstellung aus Calciumcarbid und die für Alkine typischen zweistufigen Additionsreaktionen kennen.
Grundlagen aus der 10. Klasse
Alkine bauen auf dem Wissen über ungesättigte Verbindungen auf – wiederhole bei Bedarf: → 2. Alkene – C=C-Doppelbindung, Bromwasserprobe, Additionsreaktion
Kapitelübersicht – 3. Alkine
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3.1
Ethin (Acetylen)
Physikalische & chemische Eigenschaften · Summenformel C2H2 · Strukturformel · Bananenbindung
→ 3.1.1 Eigenschaften · 3.1.2 Formelermittlung3.1.3 – 3.1.5
Herstellung & Verwendung
Herstellung aus CaC2 · Carbidlampe · Verwendung als Brenngas & Ausgangsstoff
→ 3.1.3 Herstellung · 3.1.4 Carbidlampe · 3.1.5 Verwendung3.2
Reaktionstyp bei Alkinen
Elektrophile Addition · Bromierung · Wasseranlagerung · Übungsaufgaben
→ 3.2 Reaktionstyp & Übungen
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
Funktionelle Gruppe
Alkine besitzen eine C≡C-Dreifachbindung (1 σ- + 2 π-Bindungen). Die Bindungslänge ist mit 120 pm kürzer als bei der Doppelbindung (134 pm). Allgemeine Formel: CnH2n−2.
Herstellung
Ethin entsteht aus Calciumcarbid und Wasser: CaC2 + 2 H2O → C2H2 + Ca(OH)2. Diese Reaktion liefert das Gas auch in der Carbidlampe.
Reaktionstyp
Alkine reagieren durch elektrophile Addition. Die Reaktion läuft zweistufig ab: erst entsteht ein Alken-Zwischenprodukt, dann wird erneut addiert → schließlich ein Alkan oder Derivat.
Linearstruktur
Ethin ist linear: alle vier Atome liegen auf einer Geraden (Bindungswinkel 180°). Die Dreifachbindung besteht aus drei „Bananenbindungen" (sp-Hybridisierung).
Häufige Fragen – Alkine
Was sind Alkine, und was unterscheidet sie von Alkenen?
Alkine sind Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer C≡C-Dreifachbindung, bestehend aus einer σ-Bindung und zwei π-Bindungen. Die allgemeine Formel lautet CnH2n−2 (noch zwei H-Atome weniger als bei Alkenen: CnH2n). Alkine sind durch die Dreifachbindung noch reaktiver als Alkene. Das einfachste Alkin ist Ethin (C2H2), auch Acetylen genannt. Wie Alkene zeigen Alkine elektrophile Additionsreaktionen, jedoch oft zweistufig.
Wie wird Ethin (Acetylen) technisch hergestellt?
Ethin lässt sich aus Calciumcarbid (CaC2) und Wasser herstellen. Reaktionsgleichung: CaC2 + 2 H2O → C2H2 + Ca(OH)2. Calciumcarbid wird in der Carbidlampe (Grubenlampe) genutzt: Das entstehende Ethin verbrennt mit einer hellen, stark leuchtenden Flamme. Industriell wird Ethin heute hauptsächlich durch Cracken von Erdgas gewonnen. → 3.1.3 Herstellung
Was ist die Besonderheit der linearen Struktur von Ethin?
Beim Ethin sind alle vier Atome linear angeordnet (Bindungswinkel 180°, sp-Hybridisierung). Die C≡C-Dreifachbindung besteht nach dem Bananenbindungsmodell aus drei gebogenen Bindungen (σ + 2 π). Die Bindungslänge beträgt nur 120 pm (zum Vergleich: C=C 134 pm, C–C 154 pm). Diese kompakte Struktur erklärt die hohe Reaktivität und die ausgeprägte elektrophile Addition. → 3.1 Ethin
Wie verläuft die Bromierung von Ethin – und warum ist sie zweistufig?
Ethin reagiert mit Brom in einer elektrophilen Addition, die zweistufig abläuft: In der ersten Stufe addiert Br2 an die Dreifachbindung → es entsteht das Zwischenprodukt trans-1,2-Dibromethen (noch eine Doppelbindung vorhanden). In der zweiten Stufe reagiert dieses mit weiterem Br2 → 1,1,2,2-Tetrabromethan (gesättigtes Endprodukt). Wird Br2 im Unterschuss eingesetzt, kann man die Reaktion auf der Dibromstufe stoppen. → 3.2 Reaktionstyp
Welche Verwendungen hat Ethin in Industrie und Technik?
Ethin (Acetylen) wird vielfältig genutzt: (1) Autogenschweißen und Schneiden: Die Verbrennung mit Sauerstoff erzeugt eine Flamme von über 3000 °C. (2) Ausgangsstoff in der Chemie: Aus Ethin werden wichtige Kunststoffe und Lösungsmittel hergestellt (z. B. PVC über Vinylchlorid). (3) Carbidlampen: Historisch als tragbare Lichtquelle in Bergbau und Feuerwehr. (4) Bei Pflanzen spielt das analoge Ethylen (= Ethen) als Phytohormon eine Rolle – Ethin kann diese Wirkung verstärken.
Lernkarten – Alkine
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1Was ist die funktionelle Gruppe der Alkine, und woraus besteht sie?
Die C≡C-Dreifachbindung. Sie besteht aus einer σ-Bindung + zwei π-Bindungen. Bindungslänge: 120 pm. Hybridisierung: sp. Alle vier Atome in Ethin sind linear angeordnet (180°).
2Wie lautet die allgemeine Formel der Alkine? Nenne Ethin und Propin mit Formel.
CnH2n−2 (n ≥ 2)
Ethin: C2H2 (HC≡CH)
Propin: C3H4 (CH3–C≡CH)3Wie wird Ethin aus Calciumcarbid hergestellt? Nenne die Reaktionsgleichung.
CaC2 + 2 H2O
→ C2H2 + Ca(OH)2
Calciumcarbid reagiert mit Wasser zu Ethin und Calciumhydroxid.4Wie verläuft die Bromierung von Ethin – welche zwei Stufen gibt es?
Stufe 1: C2H2 + Br2 → C2H2Br2 (trans-1,2-Dibromethen, noch C=C)
Stufe 2: + Br2 → C2H2Br4 (1,1,2,2-Tetrabromethan)5Berechne: Wie viel g Br2 werden benötigt, um 26 g Ethin vollständig zu tetrabromieren?
C2H2 + 2 Br2 → C2H2Br4
M(C2H2) = 26 g/mol → n = 1 mol
n(Br2) = 2 mol → m = 2 · 160 g/mol = 320 g Br2
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🔭 Vertiefung in der Kursstufe: Cycloalkane · Aromaten – Benzol und seine Derivate
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04 Kohlenhydrate - Übersicht
4 Kohlenhydrate - Einteilung der Kohlenhydrate
Name: Die meisten Verbindungen dieser Stoffklasse haben die Summenformel Cx(H2O)y.
Monosaccharide, Einfachzucker
einfache Kohlenhydrate
Bsp.: Glucose, Fructose, GalactoseOligosaccharide
zusammengesetzte KH aus 2-8 Monosaccharide; Disaccharide umfasst die Zweifachzucker (Bsp.: Saccharose, Maltose, Lactose).Polysaccharide
durch Polykondensation von MS entstanden.
Stärke, Glycogen, Cellulose -
04.1 Monosaccharide
4.1 Monosaccharide
4.1.1 Glucose - Traubenzucker
Vorkommen: Trauben, Früchte
a) physikalische Eigenschaften- Aggregatzustand: fest; Schmelzpunkt um 146°C; weiteres Erhitzen führt zur Zersetzung.
Folgerung: Glucose besitzt hohe zwischenmolekulare Kräfte (Vermutung: H-Brückenbindung) und van-der-Waals-Kräfte.
- Löslichkeit:
Glucose löst sich sehr gut in Wasser (67g/100ml), dagegen löst sich Glucose nicht in Benzin. Eine wässrige Glucoselösung zeigt (fast) keine elektrische Leitfähigkeit.
Folgerung: Glucose enthält polare Gruppen, die mit Wasser H-Brücken eingehen können. Es entsteht keine Ionen.
b) qualitative Elementaranalyse
Reaktion von Glucose mit konzentrierter Schwefelsäure:
Folgerung: Glucose enthält Kohlenstoff.
Mitteilung: Glucose enthält neben C noch H und O.
c) quantitative Elementaranalyse
Die quantitative Elementaranalyse nach Liebig ergibt:
3,6 g Glucose liefert bei der Verbrennung:- 5,28 g CO2
- 2,16 g H2O
Glucose besitzt folgende Summenformel: CnH2nOn
Von dieser allgemeinen Formel [C(H2O)]n leitet sich die Bezeichnung Kohlenhydrate ab.
Hinweis: Im Heft folgen jetzt die Arbeitsanleitung zur Strukturaufklärung (mit den diversen Experimenten). Hier folgt jedoch gleich das Ergebnis. Die Reaktionsgleichungen von Fehling und Tollens-Reagenz finden sich dann auf anderen Seiten.Ergebnis:
Glucose ist ein Polyhydroxyaldehyd, genauer Pentahydroxyhexanal, ein Aldehydzucker oder Aldose.
Aldose = Monosaccharide, mit terminaler Carbonylgruppe (Aldehyd)
Ketosen = Monosaccharide, mit nicht endständiger Carbonylgruppe (Keton).
Fischerprojektion:
Es gelten folgende Regeln:
- Die C-C-Kette wird senkrecht geschrieben.
- Die am höchsten oxidierte Gruppe steht oben.
- Die C-C-Bindungen sind bei jedem C-Atom nach hinten abgewinkelt;
- dann zeigen die waagrechten Bindungen nach vorne;
- Bei der offenen Glucoseform gibt es vier asymmetrische C-Atome ==> 24-Isomere;
- Die Bezeichnung erfolgt nach dem untersten C-Atom (hier C5-Atom).
- Da die OH-Gruppe rechts steht ==> D-Konfiguration.
- ==> D-(+)-Glucose
(L-Glucose erhält man nur synthetisch)
Bildung von Glucose:
Bei Pflanzen (Fotosynthese) und Tieren (durch Abbau von anderen Molekülen).
Fotosynthese:

60 Mrd t Kohlenstoff werden dabei im Jahr gebunden.
Abbau von Glucose:
Bei der Zellatmung (Pflanzen, Pilze, Tiere)
- Aggregatzustand: fest; Schmelzpunkt um 146°C; weiteres Erhitzen führt zur Zersetzung.
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04.1.3 Ringstruktur der Monosaccharide
4.1.3 Ringstruktur der Monosaccharide
Widersprüche:
- Schiffsche Reagenz (typ. Nachweis für Aldehyde) zeigt keine Farbreaktion.
- Drehwinkel in wässriger Lsg. 52,7° statt 112,2°.
- Tollens (1883) schloss daraus, dass Glucose nicht in der offenen Aldehydform vorliegt.
- Die Ursache hierfür ist in der intramolekularen Verknüpfung der Carbonylgruppe mit einer Hydroxylgruppe des gleichen Zuckermoleküls zu suchen. Es kommt also zu einer innermolekularen Halbacetalbildung.

Haworth-Schreibweise- zyklisches Glucose Molekül wird als liegendes Sechseck [Pyranosen] oder Fünfeck [Furanosen] gezeichnet;
- Ringsauerstoffatom findet sich in der rechten hinteren Ecke [Pyranosen] bzw. im hinteren Eck [Furanosen];
- Substituenten, die in der FISCHERprojektion nach links weisen, stehen in der HAWORTH-Projektion oben ["Kommunistenregel"]

Erklärung der negativen Reaktion der Glucose mit der Schiffschen Reagenz: Es liegt ein Gleichgewicht zwischen der offenen Kette und dem Ring vor, wobei der Anteil der offenen Kette, bei der wirklich ein Aldehyd vorliegt verschwindend gering ist (< 1%):
Aldehydform (offenkettig) ⇌ Halbacetalform (Ring)- Fuchsinschweflige Säure (Schiffsches Reagenz) bildet mit dem Aldehyd eine reversible (umkehrbare) Reaktion, daher findet kein Entzug des Aldehyds statt. Das heißt, es gibt keine GG-Verschiebung und damit keinen wirklichen Aldehydnachweis (der Anteil an offener aldehydhaltigen Glucose ist zu gering).
- Bei der Fehling-Probe und der Tollens-Probe (Silberspiegel) findet eine GG-Verschiebung statt! Die offene Form wird laufend entzogen, neue Ringe gehen auf und es findet langsam der Aldehydnachweis statt.
Durch Ringbildung entstehen 2 Strukturisomere der D-(+)-Glucose (keine Spiegelbildisomere).

In wässriger Lösung liegen vor:36% 0,26% 64%
Drehwinkel: 112,2° 18,7°
Es entsteht ein neues asymmetrisches C-Atom (= anomeres Kohlenstoffatom) und damit 2 Diasteromere. Anomere = Isomere, die sich nur durch die Stellung der Hydroxylgruppen am anomeren Kohlenstoffatom unterscheiden.
α-Form: OH-Gruppe am neuen asymmetrischen C-Atom liegt auf derselben Seite wie die am untersten asymmetrischen C-Atom.
Muta1rotation: Drehwinkel einer Lösung einer optisch aktiven Substanz ändert sich vom Zeitpunkt des Ansetzens der Lösung kontinuierlich bis zum Erreichen eines festen Wertes. Grund dafür ist, dass man z.B. α-Glucose in eine wässrige Lösung gibt. Sobald sich das Molekül in Wasser löst, öffnen sich einige wenige Moleküle. Bei der erneuten Ringbildung, bildet sich auch β-Glucose. Erst wenn sich der Anteil wie oben angegeben einstellt, ändert sich der Drehwinkel nicht mehr.Glucose α-Form ⇌ offene Form ⇌ β-Form
Bei Glucose ist der Endwert: 0,36 * 112,2° + 0,64 * 18,7° = 52,36°
Haworth-Schreibweise
Achtet auf die Durchnummerierung der C-Atome. Am C1 war ursprünglich die Aldehydgruppe.
α-D-Glucose β-D-Glucose
Nachweis von Glucose: GOD-Test (Glucose-Oxidase-Stäbchen); Achtung beim schriftlichen Abitur: Fehling oder Tollens ist kein Nachweis für Glucose, sondern nur für Aldehydgruppen!- Glucose-Oxidase = Enzym: Oxidiert Glucose am C1-Atom zu Gluconsäure und Wasserstoffperoxid (H2O2).
- Durch das Enzym Peroxidase (z.B. aus Meerettich) wird das Wasserstoffperoxid zu Wasser reduziert.
- je mehr Glucose, umso intensiver die Farbe.
Im Handel als Teststreifen für Diabeteserkrankung.
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04.1.4 Systematik der Namensgebung
4.1.4 Systematik der Namensgebung einfacher Zucker
a.) nach Anzahl der C-Atome:
- Triosen (3 Cs)
- Tetrosen (4 Cs)
- Pentosen
- Hexosen
- Heptosen
b) nach der funktionellen Gruppe:
Aldosen: enthalten eine Aldehydgruppe
Ketosen: enthält eine Ketogruppe

c) Nach der Größe des Rings in der Ringstruktur
Furanosen: 5er-Ring leitet sich ab von Furan
Pyranosen: 6er-Ring leitet sich ab von Pyran
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04.1.5 Fructose und Keto-Enol-Tautomerie
4.1.5 Fructose = Fruchtzucker
Vorkommen: in Früchten, Nektar, Honig; vor allem industriell hergestellte Fructose
Eigenschaften: kristallisiert schlecht aus wässriger Lösung → sirupartige Flüssigkeit.
Summenformel: C6H12O6
Fructose ist somit ein Strukturisomer der Glucose.
a) Seliwanow-Probe
Nachweis, ob es sich bei Kohlenhydraten um Ketosen oder Aldosen handelt.
Ketose --> roter Farbstoff
Aldose --> keine/langsame Reaktion --> farblos
Info: Die Seliwanow-Reaktion ist ein Nachweis für Ketohexosen in der Furanose-Ringform. Da sie im sauren Milieu abläuft, kommt es nicht zur Keto-En(di)ol-Tautomerie. Mit Glucose fällt die Probe deshalb negativ aus.
Strukturformeln: Offenkettige und Ringbildung durch die Halbacetalbildung:
Fructose bildet wie Glucose Anomere. Neben der Kettenform des Moleküls enthält das Gleichgewicht zwei anomere Pyranosen ( β-D-Fructose und α-D-Fructose; Halbacetalbildung mit dem C5-Atom) und zwei anomere Furanosen ( β-D-Fructose und α-D-Fructose; Halbacetalbildung mit dem C6-Atom).

Keto-Enol -Tautomerie
Versuche mit Fructose:- Fehling → positiv
- Tollens → positiv
- GOD (Glucose-Nachweis) + Lauge → positiv
Funktioniert nicht mit einer Ketogruppe, da diese nicht weiter oxidiert werden kann. Grund, warum die Nachweise trotzdem positiv verlaufen: Innermolekulare Umlagerung unter Protonenwanderung und Elektronenverschiebung.
Genauer:

Glucose und Fructose stehen im Gleichgewicht (Glucose überwiegt); bei der Oxidation von Glucose wird Glucose aus dem GG entfernt → Fructose wird aufgebraucht.
-
04.1.7 Glycosid- bzw. Vollacetalbildung
zu 4.1.7 Reaktionen der Monosaccharide
Glycosidbildung (~Halbacetal, Vollacetal)
a) Aldehyd + Alkohol ⇌ Halbacetal (nucleophile Addition)
b) Halbacetal + Alkohol ⇌ (Voll)Acetal + WasserTypische Kondensationsreaktion (unter Wasserabspaltung)
Beispiel:
β-D-Glucose + Methanol ⇌ β-Methyl-Glucosid + Wasser
Zucker + Alkohol ⇌ Glycosid + Wasser
Fructose + Alkohol ⇌ Fructosid + Wasser
Glucose + Alkohol ⇌ Glucosid + Wasser
Reaktionen von Zuckern untereinander ergeben Di-, Oligo- und Polysaccharide. -
04.2 Disaccharide
4.2 Disaccharide
4.2.1 Maltose (Malzzucker)
Vorkommen: Entsteht durch unvollständige Hydrolyse von Stärke .
Stärke -----(Enzym: Amylase)-----> MaltoseVerwendung: Gerstenmalz (Bier brauen)
Eigenschaften:
- Fehling positiv
- zeigt Mutarotation
- besteht aus 2 α-D-Glucoseeinheiten, α-1→4 glycosidisch verknüpft.


4.2.2 CellobioseVorkommen: Verdauungsprodukt von Pflanzenfressern aus Zellulose
Eigenschaften:
- Fehling positiv
- zeigt Mutarotation
- besteht aus 2 β-D-Glucoseeinheiten, β 1 → 4 glycosidisch verknüpft.

4.2.3 Lactose (Milchzucker)
Vorkommen: Muttermilch von Säugetiere (1,5 – 8 %)
Eigenschaften:- Fehling positiv
- zeigt Mutarotation
Hydrolyse ergibt β-D-Glucose und β-D-Galactose, β-1 → 4 glycosidisch verknüpft.

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04.2.4 Saccharose
4.2.4 Saccharose (Rohr- oder Rübenzucker)
Vorkommen: Haushaltszucker, Kristallzucker, Zuckerrüben (18-20%), Zuckerrohr (16-22%)
Summenformel: C12H22O11 → Dissaccharide (2 Moleküle Monosaccharid minus 1 Molekül Wasser)
Physikalische Eigenschaften:
- hoher Schmelzpunkt (ca. 180°C)
- harte Kristalle
Folgerung:
- Molekülgitter mit vielen H-Brückenbindungen
- sehr leicht löslich in Wasser
- eine Rohrzuckerlösung ist zähflüssig → viele Wasserstoffbrücken
Chemische Eigenschaften:
- Fehling negativ
- zeigt keine Mutarotation
Schülerexperiment: Nach einer Hydrolyse mit verdünnter Salzsäure:
- Fehling positiv
- Saccharose besteht aus α-D-Glucose und β-D-Fructose
- Beide Monosaccharide sind α-1→2-glycosidisch verknüpft
Spaltung der Saccharose mit verdünnter Salzsäure = saure Hydrolyse

färbt sich rosa roter Niederschlag positiv
enthält Fructose Aldehydgruppe Glucose

Unter Hydrolyse versteht man einen Vorgang, bei dem Atombindungen unter Aufnahme von Wasser gespalten werden (Bsp. Esterspaltungen).
Wichtig: die leichte Hydrolisierbarkeit spricht für eine Verknüpfung über Sauerstoff.

4.2.5 Invertzucker
Saccharose dreht die Ebene des polarisierten Lichts nach rechts. Während der Hydrolyse (durch verdünnte Salzsäure oder Ferment/Enzym Invertase) nimmt die Drehung fortwährend ab und geht in eine Linksdrehung über:
Saccharose + Wasser → D-Glucose + D-Fructose
+66° + 0° + 54,7 - 92,4
Zahlenwerte αsp in ml/(g • dm)
Man bezeichnet daher diese Spaltung als Inversion des Rohrzuckers und das entstehende Gemisch als Invertzucker.
Inversion: Vorzeichenwechsel der optischen Aktivität im Verlauf einer Reaktion optisch aktiver Verbindungen. -
04.3 Polysaccharide-amylose
5.4.3 Polysaccharide
- Wichtigsten Beispiele: Stärke, Glykogen (tier. Stärke), Cellulose
- Funktion: Speicher- und Gerüstsubstanz
- Monomere der genannten Beispiele: Glucose; unterschiedl. Verknüpfung
4.3.1 Stärke
a) Vorkommen:
- Pflanzen (Speicherstoff, osmotisch nicht wirksam)
- Nahrungsmittel (Brot, Teigwaren, Kartoffel, usw.),
b) Aufbau eines Stärkemoleküls:

c) Bau: α-D-Glucose – StärkekornAmyolse Amylopektin Anteil: (10-30%) (70-90%) Bau: linearen Ketten (helikaler
(Schrauben-)Struktur)
stark verzweigten Strukturen Verknüpfung α-1,4-glykosidisch α-1,4-glykosidischen
α-1,6-glykosidischenLöslichkeit in heißem Wasser kolloidal löslich unlöslich Mit I2 bildet es __ Lösung blaue violette Im Stärkekorn Hülle Innen
d) Nachweis: Iodstärke-Reaktion
Versuch: Zu einer Stärkelösung gibt man ein paar Tropfen einer Lösung von Iod in Kaliumiodid (Iod-Kaliumiodid-Lösung, Lugolsche Lösung) Elementares Iod ist in Wasser kaum löslich. Liegen jedoch schon gelöste Iodid-Ionen vor, löst sich das Iod unter Bildung von Polyiodidionen:2 I2 + I- → I3- + I2 → I5-
Beobachtung: Lösung wird tiefblau
Beim Erhitzen wird die Lösung hell, beim Abkühlen wieder tiefblau
Erklärung: Die Stärkemoleküle sind spiralig angeordnet, in den entstehenden Hohlraum lagern sich Jodmoleküle ein die dort durch van-der-Waals-Kräfte gebunden werden. Eine blaue Iod-Stärke-Einlagerungsverbindung bildet sich. Das gelbe Licht wird absorbiert, die Lösung erscheint blau. Beim Erhitzen nimmt die Beweglichkeit der I2-Moleküle zu, so dass beim Erhitzen eine Entfärbung eintritt.Eigenschaften von Stärke (Amylose)
- in kaltem Wasser: unlöslich
- heißem Wasser: löslich
- schmeckt nicht süß
- kolloide Lösung (Kolloide: Moleküle oder Aggregate, die sich aus etw. 103 bis 109 Atomen zusammensetzt und in einem Dispersionsmittel verteilt sind).
Versuch:

Beobachtung:
Im Gegensatz zu NaCl-Lösung ist der Verlauf des Lichtes in der Stärkelösung sichtbar (= Tyndall-Effekt).
Erklärung:
Gebündeltes Licht wird beim Durchgang durch kolloid- oder molekulardisperse Systeme gestreut (d.H. jedes Teilchen streut einen Teil des auftreffenden Lichtes in alle Richtungen des Raums. Dieser von Tyndall 1868 erstmals untersuchte Effekt tritt immer dann auf, wenn Teilchen vorliegen, deren Größe etwa der Wellenlänge des Lichtes entsprechen. Solche Teilchen haben einen Durchmesser von 1 bis 1000 nm.van-der-Waals-Kräfte/strong
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1 Alkane
Was du auf dieser Seite findest
Das Kapitel Alkane ist das erste Kapitel der Organischen Chemie in Klasse 10 (Baden-Württemberg). Du lernst die einfachsten Kohlenwasserstoffe kennen: von Methan über Butan bis zur homologen Reihe, Nomenklatur, Eigenschaften und schließlich die radikalische Substitution als ersten organischen Reaktionsmechanismus.
Grundlagen aus der 9. Klasse
Atombindung, Lewis-Formeln und das Konzept der Elektronenpaarbindung hast du in der 9. Klasse kennengelernt: → Atombindung (Kl. 9) · → Lewis-Formeln (Kl. 9)
Unterseiten im Überblick
1.1
Methan
Lewis-Formel · Kugelstabmodell · Verbrennung
1.2 · bei ausreichend Zeit
Ethan
Noch kein eigener Artikel online
1.3 · bei ausreichend Zeit
Propan
Noch kein eigener Artikel online
1.4
Butan
Konstitutionsisomerie · Strukturformeln · Verbrennung
1.5
Homologe Reihe der Alkane
CₙH₂ₙ₊₂ · Strukturformeln C₁–C₁₇ · Siedepunkte
1.6
Genfer Nomenklatur
Hauptkette · Substituenten · Lokanten · → Übungen
1.7
Struktur und Eigenschaften
Einfachbindung · Van-der-Waals-Kräfte · unpolar · hydrophob
1.8
Angriffsfreudige Teilchen
Radikale · Elektrophile · Nucleophile
1.9
Reaktion mit Halogenen
Radikalische Substitution · Start / Kette / Abbruch · Halogenalkane
Vollständige Inhaltsübersicht
- 1.1 Methan – Lewis-Formel, Kugelstabmodell, qualitative Elementaranalyse, Verbrennung
- 1.2 Ethan (bei ausreichend Zeit – noch kein Artikel)
- 1.3 Propan (bei ausreichend Zeit – noch kein Artikel)
- 1.4 Butan – Strukturformeln, Konstitutionsisomerie (n-Butan / Isobutan), Verbrennung
- 1.5 Homologe Reihe der Alkane – allgemeine Formel CₙH₂ₙ₊₂, Strukturformeln C₁–C₁₇, Siedepunkttrend
- 1.6 Genfer Nomenklatur der Alkane – Hauptkette, Substituenten, Lokanten | → Übungen zur Nomenklatur
- 1.7 Struktur und Eigenschaften der Alkane – Einfachbindung, Van-der-Waals-Kräfte, unpolar, Siedepunkte
- 1.8 Angriffsfreudige Teilchen – Radikale, Elektrophile, Nucleophile
- 1.9 Reaktion von Alkanen mit Halogenen – Radikalische Substitution: Start-, Ketten- und Abbruchreaktion, Halogenalkane
Auf einen Blick – Alkane
Homologe Reihe
Alkane haben die allgemeine Formel CₙH₂ₙ₊₂. Jedes folgende Glied der homologen Reihe enthält eine CH₂-Gruppe mehr. Siedepunkt und Schmelzpunkt steigen mit der Kettenlänge.
Eigenschaften
Alkane sind unpolar und reagieren wegen der starken Einfachbindung normalerweise nicht. Zwischen den Molekülen wirken nur Van-der-Waals-Kräfte – daher niedrige Siedepunkte und schlechte Wasserlöslichkeit.
Radikalische Substitution
Alkane reagieren mit Halogenen durch radikalische Substitution (UV-Licht): Start (homolytische Spaltung) → Kettenreaktion (Radikal greift CH-Bindung an) → Abbruch (zwei Radikale verbinden sich).
Genfer Nomenklatur
Regeln: 1. Längste Kette bestimmen. 2. Substituenten von der nächstgelegenen Seite nummerieren. 3. Substituenten alphabetisch benennen. Beispiel: 3-Ethyl-2,2-dimethylhexan.
Häufige Fragen – Alkane
Was ist ein Alkan und was bedeutet „gesättigt"?
Alkane sind Kohlenwasserstoffe, die ausschließlich Einfachbindungen zwischen Kohlenstoffatomen besitzen. Die allgemeine Formel lautet CₙH₂ₙ₊₂. „Gesättigt" bedeutet, dass jedes C-Atom die maximale Anzahl an H-Atomen trägt – es gibt keine Doppel- oder Dreifachbindungen, an die weitere Atome addiert werden könnten. Beispiele: Methan CH₄, Ethan C₂H₆, Propan C₃H₈.
Warum steigt der Siedepunkt in der homologen Reihe der Alkane?
Mit zunehmender Kettenlänge steigt die Moleküloberfläche, über die Van-der-Waals-Kräfte wirken. Mehr Kontaktfläche bedeutet stärkere intermolekulare Anziehung – daher muss mehr Energie aufgewendet werden, um die Moleküle voneinander zu trennen, was sich in einem höheren Siedepunkt zeigt. → Homologe Reihe
Was sind die drei Schritte der radikalischen Substitution?
1. Startreaktion: UV-Licht spaltet Cl₂ homolytisch in zwei Chlorradikale (Cl•).
2. Kettenreaktion: Cl• greift CH₄ an → HCl + CH₃•; CH₃• reagiert mit Cl₂ → CH₃Cl + Cl• (Kette läuft weiter).
3. Abbruchreaktion: Zwei beliebige Radikale verbinden sich zu einem stabilen Molekül – die Kette bricht ab.
Das Verhältnis der Produkte (Mono-, Di-, Trichlormethan …) hängt von den Bedingungen ab. → Radikalische SubstitutionWas ist der Unterschied zwischen Elektrophilen, Nucleophilen und Radikalen?
Elektrophile sind elektronenarme Teilchen, die Elektronenpaare suchen (Lewis-Säuren).
Nucleophile sind elektronenreiche Teilchen mit freien Elektronenpaaren (Lewis-Basen).
Radikale sind Teilchen mit einem ungepaarten Elektron; sie entstehen durch homolytische Bindungsspaltung (z. B. durch UV-Licht) und sind besonders reaktiv. → Angriffsfreudige TeilchenWie benennt man verzweigte Alkane nach der Genfer Nomenklatur?
Schrittweise Vorgehensweise:
1. Längste durchgehende Kohlenstoffkette = Hauptkette → gibt den Stammnamen.
2. Nummerierung: von der Seite beginnen, die den ersten Substituenten mit der kleinsten Zahl ergibt.
3. Substituenten: Alkylgruppen mit Lokant und Namen (z. B. 2-Methyl-). Mehrere gleiche: di-, tri-, tetra-. Alphabetische Reihenfolge bei verschiedenen.
Beispiel: 3-Ethyl-2,2-dimethylhexan. → Genfer NomenklaturLernkarten – Alkane
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1Was ist die allgemeine Summenformel der Alkane? Gib drei Beispiele an.
Allg. Formel: CₙH₂ₙ₊₂
Methan: CH₄ (n = 1)
Ethan: C₂H₆ (n = 2)
Propan: C₃H₈ (n = 3)
→ Gesättigte Kohlenwasserstoffe2Was sind Van-der-Waals-Kräfte und welche Auswirkung haben sie auf Alkane?
Schwache Dispersionskräfte zwischen unpolaren Molekülen.
→ Alkane: niedrige Siedepunkte
→ Schlecht löslich in Wasser
→ Siedepunkt steigt mit Kettenlänge (mehr Kontaktfläche)3Was versteht man unter Konstitutionsisomerie? Erkläre am Beispiel Butan.
Gleiche Summenformel, verschiedene Verknüpfung der Atome.
C₄H₁₀: n-Butan (gerade Kette)
und 2-Methylpropan / Isobutan (verzweigt)
→ unterschiedliche Siedepunkte!4Was entsteht bei der vollständigen Verbrennung von Alkanen?
Vollständige Verbrennung (Oxidation):
Alkan + O₂ → CO₂ + H₂O
Beispiel Methan:
CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O (ΔH < 0)
→ Exotherme Reaktion5Benenne: CH₃–CH(CH₃)–CH₂–CH₂–CH₃ nach Genfer Nomenklatur.
Längste Kette: 5 C → Pentan
Methylgruppe an C2 → 2-Methylpentan
Kontrolle: Nummerierung von links ergibt Lokant 2,
von rechts Lokant 4 → kleinste Zahl = 2 ✓Weiter im Kapitel Organische Chemie
← Klasse 10 – Übersicht → 2 Alkene
🔁 Grundlagen (Kl. 9): Atombindung · Lewis-Formeln
📚 Vertiefung Kursstufe: Cycloalkane · Aromaten -
10. Klasse
Was du auf dieser Seite findest
In der 10. Klasse dreht sich alles um die Organische Chemie (Baden-Württemberg). Von den gesättigten Alkanen über Alkene und Alkine bis zu Alkoholen, Carbonylverbindungen und Carbonsäuren – hier findest du alle Kapitel direkt verlinkt.
Kapitel im Überblick
Kapitel 1
Alkane
Methan · Butan · homologe Reihe · Nomenklatur · radikalische Substitution
Kapitel 2
Alkene
Ethen · Doppelbindung · Nachweis · elektrophile Addition · Isomerie
Kapitel 3
Alkine
Ethin · Dreifachbindung · Bananenbindung · Herstellung
Kapitel 4 · bei ausreichend Zeit
Cycloverbindungen
Cycloalkane · (vertieft in der Kursstufe → Aromaten)
Kapitel 5
Alkohole (Alkanole)
Ethanol · Hydroxylgruppe · prim./sek./tert. · mehrwertige Alkohole
Kapitel 6
Carbonylverbindungen
Alkanale (Aldehyde) · Alkanone (Ketone) · Carbonylgruppe · Nachweise
Kapitel 7
Carbonsäuren
Essigsäure · Carboxylgruppe · ZMK · Säure-Base-Reaktionen
Kapitel 8 · ⚠️ noch nicht online
Ester
Veresterung · Estergleichgewicht (→ Kursstufe: Gleichgewichtsreaktionen)
Vollständige Inhaltsübersicht
1 Alkane
- 1.1 Methan
- 1.4 Butan
- 1.5 Homologe Reihe der Alkane
- 1.6 Genfer Nomenklatur der Alkane | → Übungen
- 1.7 Eigenschaften der Alkane
- 1.8 Angriffsfreudige Teilchen (Radikale)
- 1.9 Radikalische Substitution – Halogenalkane
2 Alkene
- 2.1 Ethen
- 2.1.5 Nachweis von Alkenen (Mehrfachbindungen)
- 2.1.6 Isomerien von Alkenen
- 2.2 Nomenklatur der Alkene
- 2.3 Katalytische Hydrierung
- 2.4 Vergleich Ethen / Ethan
3 Alkine
4 Cycloverbindungen (bei ausreichend Zeit)
- → Cycloalkane (Kursstufe) – kein eigener Klasse-10-Artikel
5 Alkohole (Alkanole)
- 5.1 Alkanol, Alkohol (Ethanol)
- 5.1.3 Formelermittlung von Ethanol | → Teil II
- 5.1.4 Versuch: Ethanol + Alkalimetall
- 5.1.5 Induktiver Effekt
- 5.2 Homologe Reihe der Alkohole
- 5.2.4 Primäre, sekundäre und tertiäre Alkohole
- 5.2.6 Mehrwertige Alkohole
- 5.3 Chemische Reaktionen von Alkoholen
6 Carbonylverbindungen (Alkanale und Alkanone)
- 6.1.1 Herstellung von Alkanalen
- 6.1.2 Funktionelle Gruppe der Alkanale (Aldehyde)
- 6.1.4 Aldehydnachweise
- 6.2 Alkanone (Ketone)
- 6.3 Unterscheidung Aldehyde / Ketone
7 Carbonsäuren
- 7.1 Essigsäure (Ethansäure)
- 7.2 Funktionelle Gruppe der Monocarbonsäuren
- 7.3 Vergleich der Siedepunkte – ZMK
- 7.4.1 Säure-Base-Reaktionen
- 7.4.2 Redoxreaktion Essigsäure + Magnesium
8 Ester (noch kein eigener Artikel)
- → Estergleichgewicht (Kursstufe: Gleichgewichtsreaktionen) – kein eigener Klasse-10-Artikel
Auf einen Blick – Organische Chemie Klasse 10
Homologe Reihe
Alkane, Alkene, Alkine und Alkanole bilden je eine homologe Reihe mit gleicher funktioneller Gruppe und sich regelmäßig ändernden Eigenschaften (je +CH₂).
Funktionelle Gruppe
Die funktionelle Gruppe bestimmt die chemischen Eigenschaften: –OH (Alkanole) · C=O (Carbonylverbindungen) · –COOH (Carbonsäuren).
Reaktionstypen
Alkane: radikalische Substitution · Alkene: elektrophile Addition · Alkohole: Oxidation zu Aldehyden/Ketonen · Carbonsäuren: Veresterung.
ZMK & Siedepunkte
Van-der-Waals-Kräfte (Alkane, Alkene) < Dipol-Kräfte < Wasserstoffbrücken (Alkanole, Carbonsäuren). Je stärker die ZMK, desto höher der Siedepunkt.
Häufige Fragen – Organische Chemie Klasse 10
Was ist eine homologe Reihe?
Eine homologe Reihe ist eine Gruppe organischer Verbindungen mit gleicher funktioneller Gruppe und gleichem Reaktionsverhalten, deren Glieder sich jeweils um eine CH₂-Einheit unterscheiden. Mit steigender Kettenlänge nehmen Siedepunkt und Viskosität zu, während die Löslichkeit in Wasser meist abnimmt. Beispiele: Methan–Ethan–Propan–Butan (Alkane) oder Methanol–Ethanol–Propanol (Alkohole).
Was versteht man unter einer funktionellen Gruppe?
Eine funktionelle Gruppe ist ein Atom oder eine Atomgruppe im Molekül, die das typische chemische Verhalten einer Stoffklasse bestimmt. In der Organischen Chemie der 10. Klasse begegnen dir: die Hydroxylgruppe –OH (Alkohole), die Carbonylgruppe C=O (Aldehyde und Ketone) und die Carboxylgruppe –COOH (Carbonsäuren).
Was unterscheidet Alkane, Alkene und Alkine voneinander?
Alkane (Formel CₙH₂ₙ₊₂) besitzen nur Einfachbindungen und reagieren durch radikalische Substitution. Alkene (CₙH₂ₙ) haben mindestens eine C=C-Doppelbindung und reagieren typischerweise durch elektrophile Addition. Alkine (CₙH₂ₙ₋₂) besitzen eine C≡C-Dreifachbindung und sind reaktiver als Alkane, aber ähnlich wie Alkene durch Addition reaktiv. → Vergleich Ethen/Ethan
Was ist der Unterschied zwischen primären, sekundären und tertiären Alkoholen?
Bei einem primären Alkohol trägt das C-Atom mit der –OH-Gruppe nur einen weiteren C-Substituenten (z. B. Ethanol). Beim sekundären Alkohol sind es zwei, beim tertiären drei C-Substituenten. Diese Unterscheidung ist wichtig für die Oxidierbarkeit: Primäre und sekundäre Alkohole können zu Aldehyden bzw. Ketonen oxidiert werden; tertiäre Alkohole sind unter normalen Bedingungen nicht oxidierbar. → Mehr dazu
Wie läuft die radikalische Substitution bei Alkanen ab?
Die radikalische Substitution verläuft in drei Schritten: Startreaktion (Homolytische Spaltung der Cl–Cl-Bindung durch UV-Licht → 2 Cl•), Kettenreaktion (Cl• + CH₄ → CH₃• + HCl; CH₃• + Cl₂ → CH₃Cl + Cl•) und Abbruchreaktion (zwei Radikale verbinden sich). Das Verhältnis der Produkte hängt von den Reaktionsbedingungen ab. → Radikalische Substitution
Lernkarten – Organische Chemie Klasse 10
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was ist ein Alkan? Gib die allgemeine Summenformel an.
Kohlenwasserstoff mit ausschließlich Einfachbindungen (gesättigt).
Allg. Formel: CₙH₂ₙ₊₂
Beispiele: Methan CH₄, Ethan C₂H₆, Propan C₃H₈2Welche funktionellen Gruppen kennzeichnen Aldehyde und Ketone? Worin unterscheiden sie sich?
Beide besitzen die Carbonylgruppe C=O.
Aldehyd: C=O am Kettenende (R–CHO)
Keton: C=O in der Kette (R–CO–R')
→ Aldehyde sind oxidierbar, Ketone nicht.3Warum haben Alkohole höhere Siedepunkte als Alkane gleicher Kettenlänge?
Die –OH-Gruppe ermöglicht die Ausbildung von
Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Molekülen.
Diese sind stärker als die Van-der-Waals-Kräfte der Alkane
→ höhere Siedetemperatur4Was ist eine elektrophile Addition? An welchem Bindungstyp läuft sie ab?
Addition an die C=C-Doppelbindung (Alkene).
Ein Elektrophil (e−-armes Teilchen) greift die π-Elektronen an.
Beispiel: Ethen + HBr → Bromoethan
(Markownikow-Regel bei unsymmetrischen Alkenen)5Gib Summenformeln und funktionelle Gruppen für Ethanol, Ethanal und Ethansäure an.
Ethanol: C₂H₆O · –OH (Hydroxylgruppe)
Ethanal: C₂H₄O · –CHO (Aldehydgruppe)
Ethansäure: C₂H₄O₂ · –COOH (Carboxylgruppe)
Oxidationsreihe: Alkohol → Aldehyd → CarbonsäureWeiter auf w-hoelzel.de
← Chemie – 9. Klasse → Chemie – Kursstufe
📚 Verwandte Kursstufen-Themen: Cycloalkane & Aromaten · Gleichgewichtsreaktionen (Estergleichgewicht) · Naturstoffe I (Kohlenhydrate, Ester) · Naturstoffe II (Aminosäuren, Enzyme)
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2.2 Nomenklatur der Alkene
2.2 Nomenklatur der Alkene
Da die Nomenklatur der Alkene ähnlich zur Nomenklatur der Alkane ist, soll dieses Thema gleich als Übung besprochen werden. Schüler des Limes-Gymnasium Welzheims: siehe AB!
a) Nenne die homologe Reihe der Alkene bis Decen.
{slider title="Lösung - Homologe Reihe" open="false" class="icon"}
Hinweis: Methen kann es nicht geben; wie sollte bei einem C auch eine C=C-Doppelbindung entstehen. ;-)
Ethen - Propen - Buten - Penten - Hexen - Hepten - Octen - Nonen - Decen{/sliders}
b) Zeichne die Strukturformeln von Propen, 1-Buten, cis-2-Buten, trans-2-Buten und 1,3-Butadien.
{slider title="Lösung" open="false" class="icon"}
Propen:
1-Buten:
cis-2-Buten:
trans-2-Buten:
1,3 Butadien:
{/sliders}
c) Gib die Molekülformel von Propen an.
{slider title="Lösung - Molekülformel von Propen" open="false" class="icon"}
C₃H₆
{/sliders}
d) Benenne die folgende Verbindungen.
I:
II:
{slider title="Lösung" open="false" class="icon"}
I.: Penta-1,3-dien
II. cis-Pent-2-en
{/sliders}
e) Zeichne die Strukturformeln der isomeren Pentene und benenne die Verbindungen.
{slider title="Lösung - Pentene" open="false" class="icon"}
Pent-1-en:
cis-Pent-2-en:
trans-Pent-2-en:
3-Methylbut-1-en:
2-Methylbut-2-en:
2.Methylbut-1-en:
{/sliders}
-
2.6 Phenole
2.6 Phenole = Hydroxybenzole
Vorkommen:

2.6.1 Monohydroxybenzol = Phenol
a) Physikalische Eigenschaften
- Smp.: 40,9; Sdp.: 181,9 °C
- In Wasser nur mäßig löslich (bildet bei ZT eine Emulsion)
- Starkes Zellgift, durch Haut resorbiert
b) Chemische Eigenschaften
- Oxidiert an Luft leicht ⇨ rötliche Färbung
- Karbolsäure“: 2 %ige Säure; Desinfektion
- Im Gegensatz zu Ethanol sauer:
1. Phenol als schwache Säure
pKS = 9,95
Grenzformeln des Phenolations
Phenol Ethanol Säurestärke höher niedriger Induktiver Effekt 
schwacher -I-Effekt ⇨ elektronenziehend
⇨ H⁺-Abgabe ist erleichtert

+I-Effekt ⇨ Elektro-nenschiebend
H⁺-Abgabe ist er-schwert.Anion: Mesomeriestabilisiert konjungierte Base (Phenolat): negative Ladung ist über den ganzen Ring delokalisiert ⇨ stabilisiert! Keine Stabilisierung durch Mesomerien Brønsted-Säure stärker schwächer Brønsted-Base schwächer stärker 2.6.3 Synthese
90% der Weltproduktion nach der Hock-Synthese
Wirtschaftliches Verfahren, da auch Aceton nutzbar ist.
siehe Heftaufschrieb
2.6.4 Verwendung
Herstellung von Kunststoffen (Polyamide, Phenoplasten, Phenolharzen und Polycarbonaten)
-
2.7 Anilin
2.7 Anilin = Aminobenzol
Durch Reduktion von Nitrobenzol.

Neuerdings: Aus Phenol durch Reaktion mit Ammoniak (Ammonolyse)Physikalische Eigenschaften
- Farblose, ölige Flüssigkeit
- Sdt: 184 °C
Chemische Eigenschaften
- Färbt sich an der Luft braun
- Lösung ist schwach alkalisch
Verwendung (BASF = Badische Anilin und Soda Fabrik)
Wichtiger Ausgangsstoff für Synthesen von Farbstoffen (Anilinfarben), Arzneimittel (Sulfonamide und Schmerzmittel) und Kunststoffe (Polyurethane).Mesomere Grenzstrukturen

Reaktion mit Wasser
Anilin ist eine sehr schwache Base (pKB = 9,42), da sich das freie Elektronenpaar am Stickstoffatom an der Mesomerie der Doppelbindungselektronen im Ring beteiligt.
-
2.9 Säure-Base-Reaktion mit Benzoesäure
Was du auf dieser Seite lernst
Am Beispiel der Benzoesäure lernst du, wie chemische Gleichgewichte in der Säure-Base-Chemie konkret aussehen. Du verstehst, warum schwache Säuren nicht vollständig reagieren, warum Benzoesäure sich kaum in Wasser löst – und wie die Zugabe einer starken Base oder starken Säure das Gleichgewicht vollständig auf eine Seite verschiebt.
Grundlagen aus der 9. Klasse
Die Grundlagen zu Säure-Base-Reaktionen hast du bereits in der 9. Klasse kennengelernt: → Säure-Base-Definition nach Brønsted (Kl. 9) · → Stärke von Säuren und Basen (Kl. 9)
2.8 Allgemeines Zahlenbeispiel
A + B ⇌ C + D Vorher 1000 1000 0 0 Nachher 1000 − X 1000 − X X X z.B. im GG 800 800 200 200 2.9 Säure-Base-Reaktionen mit Benzoesäure
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✕
a) Benzoesäure + Wasser
Man gibt feste Benzoesäure in Wasser. Dabei beobachtet man, dass die Benzoesäure als weiße Substanz oben auf dem Wasser schwimmt. Auch mit Schütteln löst sie sich nicht auf.
Frage: Warum löst sich Benzoesäure nicht in Wasser? Dafür muss man sich einmal Benzoesäure anschauen (Hinweis: Benzoesäure ist noch vereinfacht „falsch" geschrieben, da wir die Aromaten erst später genauer betrachten).
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✕Erklärt, warum Benzoesäure nur schlecht in Wasser löslich ist!
✕Lösung: Löslichkeit der Benzoesäure
Bei Benzoesäure ist ein großer Teil unpolar (der Benzolring). Der polare Teil (die –COOH-Gruppe) ist kleiner. Die Benzoesäure kann zwar mit Wasser H-Brücken ausbilden, aber der große unpolare Rest sorgt für eine schlechte Löslichkeit.
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Hinweis: Ähnliches löst sich in Ähnlichem.
Zusammenfassung Beobachtung: wenig löslich in Wasser; die Lösung reagiert schwach sauer.
Formuliert die Reaktionsgleichung für die Reaktion von Benzoesäure mit Wasser mit bindenden und nichtbindenden Elektronenpaaren (Hinweis: Benzoesäure ist jetzt schon etwas vereinfacht geschrieben, indem die H-Atome am Ring weggelassen wurden).
✕Lösung: Reaktionsgleichung Benzoesäure + Wasser
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Es findet nur eine schwache Reaktion mit H2O statt. Es reagieren nur wenige Benzoesäuremoleküle. Das Gleichgewicht liegt links.
b) Benzoesäure + Natronlauge (Neutralisation)
Man gibt vorsichtig Natronlauge zu und schüttelt die Lösung, bis die Benzoesäure vollständig aufgelöst ist.
Beobachtung: Es entsteht eine klare Lösung.Formuliert hierfür auch wieder eine Reaktionsgleichung mit bindenden und nichtbindenden Elektronenpaaren.
✕
Die Benzoesäuremoleküle reagieren praktisch vollständig (das Gleichgewicht liegt weit auf der rechten Seite).
c) Gelöstes Natriumbenzoat + verd. Salzsäure
Die klare Natriumbenzoat-Lösung wird mit verdünnter Salzsäure versetzt.
✕
Beobachtung: Die klare Lösung wird trübe. Eine weiße, pulverartige Substanz schwimmt wieder auf der Oberfläche.
Feste Benzoesäure scheidet sich ab; die Benzoat-Anionen reagieren praktisch vollständig.
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
SCHWACHE SÄURE
Benzoesäure ist eine schwache Säure: das Gleichgewicht mit Wasser liegt links – es reagieren nur wenige Moleküle.
LÖSLICHKEIT
Der große unpolare Benzolring überwiegt die polare –COOH-Gruppe: Benzoesäure ist deshalb wenig wasserlöslich.
STARKE BASE
Natronlauge (starke Base) lässt Benzoesäure vollständig reagieren → klare Natriumbenzoat-Lösung entsteht.
STARKE SÄURE
Salzsäure (starke Säure) verdrängt Benzoesäure aus dem Benzoat-Salz → weißer Feststoff fällt wieder aus.
Häufige Fragen – Benzoesäure-Gleichgewicht
Warum löst sich Benzoesäure kaum in Wasser?
Benzoesäure besteht aus einem großen unpolaren Benzolring und einer kleineren polaren Carboxylgruppe (–COOH). Da „Ähnliches Ähnliches löst", ist der unpolare Anteil so dominant, dass die Wasserlöslichkeit sehr gering bleibt – obwohl die –COOH-Gruppe H-Brücken zu Wasser ausbilden kann. Mehr zur Struktur von Benzol und seinen Derivaten: → Aromaten (Kursstufe).
Warum liegt das Gleichgewicht von Benzoesäure + Wasser auf der linken Seite?
Benzoesäure ist eine schwache Säure: Sie gibt Protonen nur in geringem Umfang an Wasser ab. Im Gleichgewicht überwiegen daher die Edukte (undissoziierte Benzoesäure + Wasser) gegenüber den Produkten (Benzoat-Ion + Hydronium-Ion). Man sagt: das Gleichgewicht liegt links. Ein kleiner Kc-Wert (Ks ≈ 6,3 · 10−5) bestätigt das. Grundlagen zur Gleichgewichtslage: → Merkmale eines chemischen Gleichgewichts.
Was geschieht, wenn man Benzoesäure mit Natronlauge versetzt?
Natronlauge enthält OH−-Ionen (eine starke Base). Diese reagieren mit der Benzoesäure vollständig zu Natriumbenzoat (C6H5COO− Na+) und Wasser. Das Benzoat-Ion ist gut wasserlöslich → die zuvor trübe Suspension wird klar. Diese vollständige Reaktion ist möglich, weil NaOH eine viel stärkere Base ist als Wasser. Verwandte Grundlagen: → Neutralisation (Kl. 9).
Was passiert beim Ansäuern von Natriumbenzoat-Lösung mit Salzsäure?
Salzsäure (HCl) ist eine starke Säure und gibt bereitwillig Protonen an das Benzoat-Ion ab. Dabei wird Benzoesäure zurückgebildet, die sich wegen ihrer geringen Wasserlöslichkeit sofort als weißer Feststoff abscheidet (Lösung wird trüb). Stärkere Säuren verdrängen schwächere Säuren aus ihren Salzen – ein direktes Anwendungsbeispiel des Stärke-Prinzips von Säuren und Basen (Kl. 9).
Wie berechnet man Kc für das allgemeine Zahlenbeispiel A + B ⇌ C + D?
Im Zahlenbeispiel liegen im Gleichgewicht vor: A = 800, B = 800, C = 200, D = 200 (gleiche Einheit, z. B. mmol/L). Das Massenwirkungsgesetz ergibt:
Kc = [C] · [D] / ([A] · [B]) = 200 · 200 / (800 · 800) = 40.000 / 640.000 ≈ 0,0625
Ein Kc < 1 zeigt: die Edukte überwiegen im Gleichgewicht (Gleichgewicht liegt links). Mehr dazu: → Massenwirkungsgesetz (MWG).
Lernkarten – Benzoesäure-Gleichgewicht
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was versteht man unter einer schwachen Säure – und wo liegt ihr Gleichgewicht?
Eine schwache Säure gibt Protonen nur in geringem Umfang ab. Das Gleichgewicht liegt auf der Seite der Edukte (undissoziierte Säure überwiegt). Ks ist klein (≪ 1).
2Warum ist Benzoesäure nur wenig in Wasser löslich?
Der große unpolare Benzolring überwiegt die polare –COOH-Gruppe. Da ähnliches ähnliches löst, bleibt Benzoesäure in Wasser weitgehend unlöslich.
3Was beobachtet man beim Zugeben von Natronlauge zur Benzoesäure-Suspension?
Die trübe Suspension wird klar. Benzoesäure reagiert vollständig mit OH− zu gut löslichem Natriumbenzoat. Die starke Base verschiebt das Gleichgewicht vollständig nach rechts.
4Was passiert, wenn man Natriumbenzoat-Lösung mit verdünnter Salzsäure ansäuert?
Die klare Lösung wird trübe: Benzoesäure wird zurückgebildet und fällt als weißer Feststoff aus. HCl (starke Säure) verdrängt Benzoesäure (schwache Säure) aus ihrem Salz.
5Rechenaufgabe: A + B ⇌ C + D. Im GG: [A] = [B] = 0,80 mol/L, [C] = [D] = 0,20 mol/L. Berechne Kc und gib die Gleichgewichtslage an.
Kc = (0,20 · 0,20) / (0,80 · 0,80) = 0,04 / 0,64 ≈ 0,0625
Kc < 1 → Gleichgewicht liegt links (Edukte überwiegen).Weiter im Kapitel Gleichgewichtsreaktionen
← 2.6/2.7 Schreibweise und Kollisionsmodell → 2.10 Verschiebung des Gleichgewichts
← 2.5 Estergleichgewicht → 2.12 Massenwirkungsgesetz
🔁 Grundlagen: Brønsted-Definition (Kl. 9) · Stärke von Säuren und Basen (Kl. 9) · Neutralisation (Kl. 9)
🔗 Weiterführend: Aromaten – Benzol und Derivate (Kursstufe) · Autoprotolyse und pH-Wert (Kursstufe)
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4.3.2 Cellulose
4.3.2 Cellulose
Vorkommen: Cellulose ist das in der Natur am häufigsten auftretende Kohlenhydrat. Sie ist die Gerüstsubstanz in der Pflanzenwelt.
z.B.: Baumwolle, Flachs, Hanf (fast 100%); Stroh (30%); Holz (40-50% Cellulose).
Eigenschaften: Cellulose ist eine weiße, in Wasser und in den meisten organischen Lösungsmitteln unlösliche Substanz.
Hydrolyse der Cellulose:
a) Versuch: Filterpapierschnitzel werden mit konz. Salzsäure übergossen. Diese Mischung gibt man in 50 mL Wasser und erhitzt etwa 10 Minuten.
Anschließend wird die Fehlingsche Probe durchgeführt.
Beobachtung: roter Niederschlag
b) Versuch: GOD-Test mit der hydrolisierten Cellulose.
Beobachtung: Grünfärbung des Teststreifens.Folgerung: Cellulose enthält als Baustein D-Glucose.
c) Versuch: Dünnschichtchromatographie
Ein Chromatogramm gibt genauen Aufschluss über die Bausteine: Glucose. Bei vorsichtiger Hydrolyse ist außer β-D-Glucose auch noch Cellobiose nachweisbar (Cellobiose ist ein Disaccharid aus 2 ∙ β-D-Glucosemolekülen).
Aufbau eines Cellulosemoleküls
CellobioseAusschließlich β-(1,4)-glycosidische Bindung
Bei der Cellulose handelt es sich um fadenförmig gestreckes Makromoleküle. Diese Makromoleküle lagern sich zu Elementarfibrillen zusammen (H-Brücken).
4.3.3 Unterschied: Cellulose – Stärkea) Räumlich unterschiedliche Verknüpfung der Glucoseringe in den Makromolekülen
Cellulose: (-Glu-Glu-Glu-Glu- verknüpft β 1→4)
Stärke (z.B. Amylose) (-Glu-Glu-Glu-Glu- verknüpft α 1→4 )
b) Unterschiedliche Anordnung der Makromoleküle
Cellulose: langgestreckte, unverzweigte Kettenmoleküle
Stärke: verzweigte Kettenmoleküle, die spiralig aufgerollt sind.
c) Unterschiedliche Molekülmasse
Cellulose: bis 1,8 Millionen u
Stärke: bis 50 000 u4.3.4 Verwendung der Cellulose
Nahrungsmittel: Der Mensch kann β-1,4-Bindungen der Cellulose nicht abbauen ( → Ballaststoffe).
Im Dickdarm schaffen das anaerobe Bakterien→ Umwandlung in Fettsäuren → Resorption.
Kühe: Pansen: Mikroorganismen → Celluloseverdauung
Pferde u.a. Dickdarm
Einige Pilze und Silberfischchen (eine der wenigen Tiere mit eigenen Cellulasen).
Wichtigste Textilfasern: Baumwolle.
Aus Hanf, Flachs, Jute werden Leinen, Säcke, Segeltuch, Matten usw. hergestellt.
Papier
4.3.4 Derivate der Cellulose
a) Cellulose – Kunstseiden
b) Schießbaumwolle (Christian Friedrich Schönbein, Metzinger Chemiker, geb. 1799).
Schießbaumwolle ist Cellulosenitrat (fälschlicherweise als Nitrocellulose bezeichnet).
Herstellung der Schießbaumwolle: 20 mL konz. H2SO4 + 10 ml rauchende HNO3 zur Kühlung kaltes Wasserbad; 2 g Watte dazugeben und mit Galsstab umrühren. Nach 10 Minuten wird die veresterte Watte nur gut mit Wasser ausgewaschen und anschließend im Exsikkator getrocknet.
Schießbaumwolle ist Grundlage für raucharmes Schießpulver, welches das Schwarzpulver ersetzte. z.T. mit Nitroglycerin versetzt dient die Schießbaumwolle als Sprengmittel mit einem Initialzünder.erbrennung
Normale Watte, die fast ausschließlich aus Cellulose besteht, ist nur schwer brennbar. Schießbaumwolle verbrennt explosionsartig mit einer Stichflamme. Bei der Verbrennung der Schießbaumwolle werden große Mengen stabiler Gase frei, die durch ihre Ausdehnung zu einer Druckwelle führen, die typischerweise eine Explosion begleitet. Die entstandenen Gase sind Stickstoff (N2), Stickoxide (NOx) , Kohlenstoffmonoxid (CO), sowie Kohlendioxid (CO2).
Reaktionsgleichung der Herstellung von Nitriersäure
Summenformeln:
2 H2SO4 + HNO3 → NO2+ + H3O1+ + HSO41-
Herstellung von Schießbaumwolle:
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5 Alkanol, Alkohol
5 Alkanol, Alkohol
5.1 Ethanol, Trinkalkohol, Weingeist
5.1.1 Herstellung
Alkoholische Gärung:
Mikroorganismen (z.B. Hefe = Pilze) nutzen diesen Stoffwechselweg zur Energiegewinnung, wenn kein Sauerstoff vorhanden ist (= anaerobe Bedingungen). Dabei werden Kohlenhydrate (vor allem Glucose) mit Hilfe von Enzymen (Biokatalysatoren) in Kohlenstoffdioxid und Ethanol umgewandelt.Zucker (Glucose) --(Hefe)--> Ethanol + Kohlenstoffdioxid ΔH < 0
Ferner entstehen Glycerin, Methanol, „Fuselalkohole“ (= höhere Alkohole), Aldehyde, Ketone, organische Säuren und Ester.
Bei einem Volumenanteil von etwa 14% Ethanol stellen die meisten Hefen ihre Tätigkeit ein.
Problem: Wie kann höher konzentriertes Ethanol gewonnen werden?
Lösung:
Destillation: Ein Verfahren zur Trennung von Flüssigkeitsgemischen durch Verdampfen und anschließender Kondensation des Dampfes.Vgl. AB .
5.1.2 Eigenschaften
a) physikalische
- farblose Flüssigkeit
- Siedetemperatur: +78°C
- Schmelztemperatur: -114°C
- Gute Mischbarkeit mit Wasser und Benzin (SE )
b) chemische
- brennbar
-
5 Alkohole - Alkanole
Was du in diesem Kapitel lernst
Alkohole (Alkanole) sind Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer OH-Gruppe (Hydroxygruppe). Am Beispiel des Ethanols lernst du Eigenschaften, Formelermittlung und typische Reaktionen kennen. Dazu kommen die homologe Reihe, der induktive Effekt und die wichtigen mehrwertigen Alkohole wie Glycerin und Glykol.
Grundlagen aus der 10. Klasse
Alkohole enthalten eine C-Kette wie die Alkane, Alkene und Alkine. Wiederhole bei Bedarf: → 3. Alkine – C≡C-Dreifachbindung, Additionsreaktion · → 2. Alkene – Funktionelle Gruppen, Isomerie
Kapitelübersicht – 5. Alkohole (Alkanole)
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5.1 Ethanol
C₂H₅OH5.1
Ethanol
Herstellung · Physikalische & chemische Eigenschaften · Alkoholismus
→ 5.1.1 Herstellung · 5.1.2 Eigenschaften · 5.1.6 Alkoholismus5.1.3
Formelermittlung
Verbrennungsanalyse · Summen- und Strukturformel von Ethanol · Molare Masse
5.1.4
Ethanol + Alkalimetall
Versuch: Natrium in Ethanol · Reaktionsgleichung · Vergleich mit Wasser
5.1.5
Induktiver Effekt
+I-Effekt und −I-Effekt · Elektronenverschiebung · Polarität der O–H-Bindung
5.2 Homologe Reihe & Systematik
5.2
Homologe Reihe der Alkohole
Hydroxy- & Methylgruppe · wichtige Alkohole · Löslichkeit · H-Brückenbindung
→ 5.2.1 Gruppen · 5.2.2 Wichtige Alkohole · 5.2.3 Löslichkeit5.2.4 / 5.2.5
Primär · Sekundär · Tertiär
Unterscheidung nach C-Nachbarn · allgemeine Formel der Alkanole CnH2n+1OH
5.2.6
Mehrwertige Alkohole
Glykol (Ethandiol) · Glycerin (Propantriol) · Sorbit · Vorkommen & Verwendung
5.3 Reaktionen · 5.4 Ether
5.3
Chemische Reaktionen
Bindungsverhältnisse · Redox mit Na · Verbrennung · Reaktion mit HBr · Dehydratisierung
→ 5.3.1–5.3.5 am Beispiel von Ethanol5.4
Ether
Herstellung · Physikalische Eigenschaften · Chemische Eigenschaften · Verwendung
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Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
Funktionelle Gruppe
Alkohole besitzen eine oder mehrere OH-Gruppen (Hydroxygruppen). Die Formel einwertiger Alkanole lautet CnH2n+1OH. Die OH-Gruppe bestimmt die typischen Eigenschaften: Löslichkeit in Wasser, H-Brückenbindungen, Reaktivität.
Induktiver Effekt
Der negative induktive Effekt (−I) des Sauerstoffs zieht Elektronen aus der C–O-Bindung, wodurch das H in der OH-Gruppe leicht abspaltbar (schwach sauer) wird. Alkylgruppen zeigen den +I-Effekt.
prim / sek / tert
Primäre Alkohole: OH am C-Atom mit 1 C-Nachbarn. Sekundäre: 2 C-Nachbarn. Tertiäre: 3 C-Nachbarn. Die Klassifizierung bestimmt das Reaktionsverhalten (z. B. Oxidierbarkeit).
Reaktionen
Ethanol reagiert als schwache Säure mit Natrium (→ Natriumethanolat + H2), verbrennt zu CO2 + H2O und reagiert mit HBr durch nucleophile Substitution zu Bromoethan.
Häufige Fragen – Alkohole (Alkanole)
Was sind Alkohole, und was ist ihre funktionelle Gruppe?
Alkohole (Alkanole) sind organische Verbindungen mit mindestens einer Hydroxygruppe (–OH). Das einfachste Mitglied ist Methanol (CH3OH), das wichtigste im Alltag ist Ethanol (C2H5OH). Die allgemeine Formel einwertiger Alkanole lautet CnH2n+1OH. Die OH-Gruppe verleiht Alkoholen ihre charakteristischen Eigenschaften: gute Wasserlöslichkeit (durch H-Brücken), höhere Siedepunkte als vergleichbare Alkane, und schwach saures Verhalten gegenüber Alkalimetallen.
Was unterscheidet primäre, sekundäre und tertiäre Alkohole?
Die Klassifizierung richtet sich danach, an wie vielen C-Atomen das OH-tragende Kohlenstoffatom gebunden ist: Primärer Alkohol: das OH-C hat einen C-Nachbarn (z. B. Ethanol, 1-Propanol). Sekundärer Alkohol: das OH-C hat zwei C-Nachbarn (z. B. 2-Propanol = Isopropanol). Tertiärer Alkohol: das OH-C hat drei C-Nachbarn (z. B. 2-Methyl-2-propanol). Diese Unterscheidung ist entscheidend für die Oxidierbarkeit: primäre → Aldehyde → Carbonsäuren; sekundäre → Ketone; tertiäre können nicht oxidiert werden. → 5.2.4
Wie reagiert Ethanol mit Natrium, und was beweist das über die OH-Gruppe?
Ethanol reagiert mit Natrium ähnlich wie Wasser, jedoch langsamer: 2 C2H5OH + 2 Na → 2 C2H5ONa + H2↑. Es entsteht Natriumethanolat und Wasserstoffgas. Die Reaktion zeigt, dass die OH-Gruppe in Alkoholen schwach sauer ist: das H-Atom der OH-Gruppe wird als H⁺ abgegeben (schwächere Säure als Wasser, weil der +I-Effekt der Ethylgruppe die O–H-Bindung weniger polarisiert). → 5.1.4
Was ist der induktive Effekt, und wie wirkt er in der OH-Gruppe?
Als induktiven Effekt bezeichnet man die Verschiebung der Elektronendichte in einer Bindungskette durch einen elektronegativen oder elektropositiven Substituenten. Der Sauerstoff der OH-Gruppe ist stark elektronegativ und zieht Elektronen aus dem benachbarten C-Atom heraus → negativer induktiver Effekt (−I). Die O–H-Bindung ist stark polarisiert, das H-Atom leicht abspaltbar. Alkylgruppen geben Elektronen ab (+I-Effekt), was die Säurestärke der Alkohole gegenüber Wasser leicht herabsetzt. → 5.1.5
Was sind mehrwertige Alkohole, und wo kommen sie vor?
Mehrwertige Alkohole tragen mehr als eine OH-Gruppe. Wichtige Vertreter: Glykol (Ethan-1,2-diol, 2 OH-Gruppen) – Frostschutzmittel und Ausgangsstoff für Kunststoffe (PET). Glycerin (Propan-1,2,3-triol, 3 OH-Gruppen) – natürlicher Bestandteil von Fetten und Ölen, Zusatz in Kosmetik, Lebensmitteln und Arzneimitteln. Sorbit (Hexan-1,2,3,4,5,6-hexol) – Zuckerersatzstoff. Durch die vielen OH-Gruppen bilden mehrwertige Alkohole besonders viele H-Brücken → sehr hohe Siedepunkte, sirupartige Konsistenz. → 5.2.6
Lernkarten – Alkohole
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1Was ist die funktionelle Gruppe der Alkohole? Wie lautet die allgemeine Formel?
Funktionelle Gruppe: –OH (Hydroxygruppe)
Allgemeine Formel einwertiger Alkanole: CnH2n+1OH
Beispiele: Methanol CH3OH · Ethanol C2H5OH2Was ist ein primärer, sekundärer und tertiärer Alkohol? Nenne je ein Beispiel.
Primär: OH-C hat 1 C-Nachbarn → Ethanol
Sekundär: 2 C-Nachbarn → 2-Propanol
Tertiär: 3 C-Nachbarn → 2-Methyl-2-propanol
Tertiäre Alkohole sind nicht oxidierbar.3Was passiert, wenn Ethanol mit Natrium reagiert? Gleichung?
2 C2H5OH + 2 Na →
2 C2H5ONa + H2↑
Natriumethanolat + Wasserstoff. Langsamer als Na + H₂O (schwächere Säure).4Was ist Glycerin? Nenne Formel, Anzahl der OH-Gruppen und eine Verwendung.
Propan-1,2,3-triol
Formel: C3H5(OH)3
3 OH-Gruppen → sirupartig, hygroskopisch
Verwendung: Kosmetik, Lebensmittel (E422), Fettbaustein5Berechne: Wie viel g H2 entstehen bei der Reaktion von 46 g Ethanol mit überschüssigem Natrium?
2 C2H5OH + 2 Na → 2 C2H5ONa + H2
M(C2H5OH) = 46 g/mol → n = 1 mol
Verhältnis 2:1 → n(H2) = 0,5 mol
m(H2) = 0,5 · 2 g/mol = 1 g H2
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🔭 Vertiefung in der Kursstufe: Naturstoffe – Aminosäuren, Glucose, Enzyme
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5.1.3 Formelermittlung von Ethanol
5.1.3 Formelermittlung von Ethanol
I. Qualitative Elementaranalyse
Versuch 1: Verbrennungsanalyse
- Ethanol verbrennt zu Wasser und Kohlenstoffdioxid;
- Nachweis von CO₂: Kalkwasser (weißer NS)
- Nachweis von H₂O: Watesmo-Papier wird blau
1. Ergebnis: Ethanol enthält somit zumindest C und H.
Versuch 2: Ethanol reagiert mit Magnesium - SauerstoffnachweisDurchführung:
- Aufbau siehe Abbildung
- Zunächst wird das Magnesiumband zum Glühen gebracht
- Danach verdampft man den Alkohol, der über das glühende Magnesiumband streicht.
Beobachtung:
Sobald Ethanol über das glühende Magnesiumband streicht glüht dieses heller auf und es bleibt ein kristalliner weißer Feststoff (Magnesiumoxid) übrig.
Ergebnis:
- Ethanol enthält neben Kohlenwasserstoff und Wasserstoff noch Sauerstoff.
II. Molekülmassenbestimmung (Verdampfungsmethode)
Hinweis: Dieser Versuch nur bei ausreichender Zeit durchgeführt. Nicht wundern, falls ihr das nicht im Heft stehen habt (dann kommt es auch in der Klausur nicht dran).
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Versuch: Molmassenbestimmung von Ethanol

In den Erlenmeyerkolben werden 0,1 ml Ethanol eingespritzt. Auf der vergrößerten Oberfläche der Glasperlen wird das Ethanol leicht verdampft. Das entsprechende Gasvolumen kann am Kolbenprober abgelesen werden.
Auswertung:
0,1 ml Ethanol haben bei Standardbedingungen (SATP)* (25°C) ein Dampfvolumen von 43 ml.
0,1 ml Ethanol haben bei Normalbedinungen (0°C) ein Dampfvolumen von 37,8 ml.Eingesetzte Masse Ethanol: über Dichte:
ρ = Dichte
m = Masse
V = Volumen
Rechnung:
37,8 ml Ethanol (NB) haben die Masse 0,079 g: ρ = m/V = 0,079 g/37,8 ml = 0,0021 g/ml
Über das molare Gasvolumen bei Normalbedingung Vm (Gas) = 22,4 L kann man die Molmasse berechnen.
1 mol Ethanoldampf unter NB haben die Masse:
M(Ethanol) = (0,079 g * 22 400 ml)/37,8 ml = 46,8 g (Dreisatz)
{/sliders}
Literaturwert: M(Ethanol) = 46 g/mol.
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* SATP-Bedingungen (Standard Ambient Temperature and Pressure)














